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cleomomoko

大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: Sa Jul 19, 2014 6:15 pm  Titel:  Das Gleichgewicht - Yin & Yang Antworten mit ZitatNach untenNach oben

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Nachdem die Blume zerstört wurde...


6 Monate waren vergangen. Eine Zeit die für einige unserer Helden eine neue Prüfung ihrer Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit darstellen sollte. Die Wege trennten sich; die Abenteuergilde hatte ihren Zweck erfüllt und wurde aufgelöst. M'uyu baute ihr Handels-Imperium in Uldah weiter aus. Shiorie und Lanie fanden sich in der Nähe der Druidengilde ein. Dastil zog mit seiner Familie zurück zu seinem Stamm. Und die anderen? Nun viele sollten sich selbst an den entlegensten Winkel Eorzeas wiederfinden, neue Wege gehen und ein neues Leben beginnen.

Doch was wurde aus Cleo?

Cleo Momoko, die ehemalige Leiterin der Abenteuergilde und angesehenes Mitglied des Mahlstroms erhielt das Angebot eine Sonderkommission zu leiten. Die Aufgaben dieser Kommission war es, wenn möglich, im Geheimen schwierige Fälle in La Noscea zu lösen. Doch es sollte sich bald herausstellen, dass der anfängliche Aufstieg zu einem schmerzlichen Fall wurde...


 


cleomomoko

大徳 Daitoku

1003

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BeitragVerfasst: Sa Jul 19, 2014 7:38 pm  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

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Cleo's großer Wunsch war es, dass Dastil, welcher sich in Limsa einen guten Namen machen konnte und unter der Nähe zu Cleo langsam wieder resozialisiert wurde, bei ihr bleiben und gemeinsam in dieser Sonderkommission arbeiten sollte. Cleo organisierte eine Wohnung für ihn und seine Familie. Das Gehalt wäre mehr als ausreichend gewesen, um für alle sorgen zu können. Doch Dastil verfolgte einen anderen Traum. Er wollte wieder von seinem alten Stamm der Goo akzeptiert werden und machte sich auf den Weg in die Wüste, wo er sich selbst einer Herausforderung stellen musste. Cleo fühlte sich von ihm im Stich gelassen. Auch von ihrer engen Freundin Shiorie fühlte sie sich verlassen, appellierte sie doch an die Vernunft der beiden, mit diesem Job für Dastil Gutes zu tun und dabei noch genug für die Familie zu haben. Doch Dastil machte sich nichts aus Gil, für ihn zählte die Ehre und er verschwand. Zurück blieb Cleo, welche sich in ihre Arbeit für den Mahlstrom stürzte, gemeinsam mit Lycelle einen Fall nach dem anderen löste, bis zu jenem verhängnisvollem Tage, als sie und ihr neuer Partner Bryan Conners eine Vermissten-Anzeige auf die Spur gehen wollten.

Menschenhändler wurden in der Küstenregion Limsa Lominsas entdeckt. Ein alter Piraten-Bund, welcher sich aufgrund diverser Parlé Verhandlungen in die Gefilde der Marine trauen konnte und unter weisser Flagge, sogar in den Hafen Limsas hätte segeln dürfen, kam schnell unter Cleos Verdacht. Doch zogen es die Piraten vor, in der Nähe der Küste zum Bierhafen Anker zu setzen und per Boot in die Tavernen der Küstenstädte einzukehren. Betrunken wurden einige der Verbrecher allerdings gesprächiger, so gesprächig, dass Cleo in ihren wöchentlichen, undercover und in Zivil gekleideten Tavernengängen, dieses mal am Bierhafen, in das Gespräch mit eben diesen Kerlen kam. Sie hatte ihre Methoden, um ein Informationen zu kommen und ein geschultes Auge für mögliche Verdächtige. Ihr hübsches Aussehen und ihre Schauspielkunst, das kurze Röckchen und die hübsch verzierten Leder-Stiefel, liesen sie schnell als das für Abenteuerer schwärmende junge Ding aus Limsa rüberkommen und so bissen die Piraten an ihren Köder an. Einer der Männer begann groß anzugeben, welch wertvolle Fracht sie doch geladen hätten, so wertvoll, dass diese beinahe das Gewicht in Gold tragen würde. Cleo saß auf dem Schoß des Schweins, spielte an seinem Kragen herum und er flüsterte ihr ins Ohr, wohl im Gedanken, dass das *junge Ding* nun keine Wahl mehr habe als bei ihm zu bleiben: "Eine ganzer Haufen reicher Weiber"...
Ein paar Krüge Bier später, verschwand Cleo auf der Toilette der Taverne und huschte durch das Fenster nach Außen. In dieser Nacht sollte sie keinen Schlaf finden, sondern bereite alles bürokratische im Büro vor, um die Razzia genehmigt zu bekommen. Doch am nächsten morgen saß sie gefrustet in ihrem Bürostuhl, blickte an die Decke und fuhr sich nachdenklich und erschöpft durch die Haare.

Der Kommandant hatte abgelehnt. Zu viel Zeit hätten sie in die Diplomatischen Mühen gesteckt, um mit dem Piraten-Bund ein Parlé auszuhandeln, durch welches auch der Mahlstrom um einiges entlasten werden konnte. Menschenleben stehen auf dem spiel, sagte sich Cleo immer wieder. So ein Urteil konnte sie nicht akzeptieren. Ihr Partner fragte sie, was denn dieser betrübte Blick sollte, hatte sie doch stets eine fröhliche Natur gehabt. Conners, ein großer, trainierter blonder Hyur, seines Zeichens hochrangiger und langjähriger Kriminalbeamter, war ihr sehr vertraut. Sie teilten sich viele Fälle und hin und wieder, aus Einsamkeit und Langeweile, das Bett.
Cleo erzählte ihm alle Details und es gefiel ihm genauso wenig wie ihr, dass sie nun tatenlos zu sehen sollten.
In der Nacht trafen sie sich und bereiteten ihre Untersuchung vor. In schwarz gekleidet, tauchten sie von der Küste aus zum Schiff der Piraten, warfen einen Enterhaken an die Reling und kletterten vorsichtig auf das Schiff. Der Großteil der Crew war an Land gegangen und nur ein paar Wachen patrouillierten auf dem Deck und im Inneren. Nach und nach schlichen sich die beiden in das Innere des Schiffes bis hin zum Laderaum. Das Licht der Kerzenleuchten, flackerte und draußen nahm der Wellengang auf Grund eines sich anbahnenden Sturmes immer mehr zu. Das Holz des Schiffes knatschte laut bei jedem auf und ab der Wellen und vom Inneren des Laderaumes konnten die Beiden Stimmen wahrnehmen. Eine dunkle Männerstimme und eine gequälte Frauenstimme, daneben noch etliches Gewinsel anderer Personen, vermutlich geknebelt.

"Warte ich sichere unseren Fluchtweg", sagte Cleo leise als sie Beweis genug hatte, dass dieses Schiff mehr als nur unter dem Verdacht stand Illegales zu tun. Morgen würde sie direkt nochmals zum Kommandanten und ihre Vermutungen in klare Aussagen ändern, am Nachmittag wäre die Razzia in vollem Gange. Doch was dann geschah, lag nicht mehr in ihren Händen. Sie ging nur wenige Schritte um die Ecke zu einem der Schiffsfenster, welches sie öffnete und herab blickte. Die Höhe war geeignet, um in einem gekonnten Hechtsprung, beinahe lautlos vom Schiff zu verschwinden. Sie ging die wenigen Schritte zurück, um die Ecke, hörte den lauten Schrei einer Frau und im Bruchteil einer Sekunde das knallende Geräusch eines Pistolenschusses. Sie stürmte in das Zimmer. Auf der rechten Seite lag ihr Partner Conners, schwer verletzt am Boden. Er hatte sich durch die Hilferufe der armen Frau, welche unter den Griffen des widerlichen Piratenschweines, misshandelt wurde, nicht mehr halten können und öffnete die Tür zum Raum. Doch meinten es die Götter nicht gut mit ihm, und ein Spiegel genau im Blick des Piraten, welcher sich gerade an der Frau verging, verriet ihn, noch bevor er handeln konnte. Der Pirat zog die Pistole aus dem Gurt und schoss. Conners ging zu Boden und hielt sich den Bauch. Das Blut durchnässte seine Kleidung und das letzte, was er sehen sollte war Cleos besorgter Blick als sie das Fiasko im Raum erblickte und ihrem Partner am Boden liegen sah.

"Ich bring sie um! Ich bring sie alle um!", schrie der Pirat, welcher in einem kurzen Moment des Schocks sein Opfer mit dem Unterarm zu würgen begann. Er hielt die Pistole an ihren Kopf und war außer sich. Cleo blieb konzentriert, lies ihre Augen den Raum in einem kurzen Blick mustern. Es waren 5 Frauen und drei Männer, alle gefesselt und misshandelt, in edlen aber heruntergekommenen Kleidern, vermutlich aus einem Uldhischen Adelshaus, hm ja, vermutlich auf einer Schiffsreise von den Piraten gekidnappt worden, um ein Lösegeld zu fordern, oder als Sklaven an andere Schweine zu verkaufen.
Was konnte sie tun...nicht viel. Sie musste diesen Mann irgendwie stoppen, ohne dass noch mehr verletzt werden.

"Ganz ruhig bleiben. Wir gehen hier alle lebendig wieder raus, ich leg meine Dolche auf den Boden und Du nimmst die Pistole runter", sprach Cleo und ging langsam und behutsam auf ein Knie herab. Conners neben ihr schien ihr mit letzter Kraft etwas sagen zu wollen, kurz wanderte ihr Blick zu ihm, doch er verlor das Bewusstsein, als die Frau, das Opfer, mit letzter Kraft dem Piraten tief in den Arm biss. Er schrie auf, zog den Abzug, der Rauch des Schießpulvers flackerte in einem Funken auf, die Frau verlor ihr Leben. Cleo zog die Dolche, warf sie in einem Schwung und beide zur selben Zeit auf den Piraten, traf ihn zwischen den Augen und am Hals. Der Mann fiel wie ein lebloser Sack zu Boden. Von oben stürmten weitere Wachen herab. Cleo verbarrikadierte die Türen mit allem was zu finden war, ein paar Bretter, zwei Stühle, zog die Kontaktperle und funkte Hilfe herbei. Sie fiel vor Conners auf die Knie. Sie schloss seine erstarrten Augen, gab ihm einen letzten Kuss, und konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Kurze Zeit darauf kamen Marinesoldaten des Mahlstroms und nahmen alle Mann auf dem Schiff fest, doch für Conners und die unschuldige Frau kam jede Hilfe zu spät.

So wie in dieser Nacht der Sturm mit seinen dunklen, schwarz gefärbten Wolken aufzog, so schien der fröhliche Teil Cleos Persönlichkeit unter diesen Wolken verschwunden zu sein...


 


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大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: Sa Aug 30, 2014 2:00 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben



Zerfressen von Schuldgefühlen, gepeinigt vom Verlust und getreten von dem allgegenwärtigen, ständig neu im Kopf umher geisternden Gedanken, dass es doch hätte anders laufen können, nein....das hätte anders laufen müssen!
Cleo versumpfte in diesen Gedanken und Emotionen. Ihr Chef, die Admiralität hielt es für das richtige sie aus dem Dienst zu nehmen, zumindest für eine Weile waren seine klaren Worte und er befürchtete, dass sie sonst während eines Einsatzes den Kopf verlieren könnte.

Doch war die Arbeit das Einzige, was Cleo noch zu haben schien, und genau das wurde ihr nun auch noch genommen.
Ihr Talfahrt war durchtrieben...durchtrieben mit dem Konsum vieler Rauschmittel, einer mir-egal Lebenshaltung..von einem Konzert zum Nächsten, von einem Rausch zum anderen. Einfach nur vergessen, einfach nur weg aus der Realität und den beissenden Schuldgefühlen. Doch kamen ihr beim Treffen mit Shiorie ganz andere Gedanken, benebelt kam sie auf den Gedanken, dass ja eigentlich Dastil die Schuld an der ganzen Misere gehabt habe. Hätte er damals sich dazu entschieden mit ihr in der Komission anzufangen, wäre all das wohl nicht geschehen.

Sie machte sich auf den vermeintlichen Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Nicht mal Nymeia hätte sie jetzt noch stoppen können.

Die Reise war anstrengend, doch sie gönnte sich keine Verschnaufpause. Ihr Körper am Limit, schon geschwächt durch den Exzess, und dann die Wüste als brennend heiser Widersacher. Dastils Stamm, zu welchem er gezogen war, besaß keinen Ätheryten und somit war die Reise beschwerlicher als gewohnt.

Doch sie traf auf ihn und wie eine Raubkatze bündelte sie alle ihre Kräfte und fiel über ihre Beute her. Chab, chab chab...die Tritte prasselten an sein Kinn. Eine Drehung und ein Tritt in den Bauch und er fiel auf den Boden. Ein Kampf entbrannte und er schien die innersten Feuer des Mannes und der Frau, die sich früher einmal Liebespaar nannten zu entfachen. Doch am Ende gab Cleos Körper der Belastung nach, und ihre Lichter gingen aus. Sie kippte um. Dastil traf sie kraftvoll und der Kampf war verloren. Oder hatte er erst begonnen?


Dastil bestand vehement darauf dass Cleo in seinem Dorf bleiben musste. Er sah es mit besorgtem Blick, was Cleo ihrem Körper angetan hatte und schirmte sie weitest gehend von außen ab. Anfangs war das für sie eine echte Qual, hatte sie doch nie ein gutes Bild über das Stammleben erfahren. Doch nach und nach gewöhnte sie sich an die familiären Beziehungen der anderen Miqote...sah das Glück an den lachenden Kindern, die Geborgenheit und nach und nach erholte sie sich. Zu ihrer Überraschung kam sie Dastil immer näher und sie wurden wieder ein Paar. Doch beunruhigte Cleo etwas...
Im Tempel des Stammes, welcher der Azeyma huldigte, erfuhr Cleo eine Vision. Sie sah im Feuer wie sie mit Dastil zum Tempel ihres alten Kampfmeisters reiste. Es schien ihr schon lange in den Sinn gekommen zu sein, dass Dastil das Gleichgewicht und die innere Ruhe lernen sollte, um so ein noch begabterer Kämpfer zu werden, weshalb für sie feststand, dass sie die Resie dorthin als Pilger, ohne Chocobo und ohne Magie erleben müssen. Nur so kämen sie zur wirklichen inneren Ruhe und reinigten ihre Körper vom Schatten der Vergangenheit.

Auf der Reise durch Thanalan begegneten Cleo und Dastil vielen unterschiedlichen Menschen, Miqote und andere Wesen, doch sollte sich eines Tages eine Begenung als besonders prägend herausstellen.

An der Brücke zu Hohenbrück, gab es eine Stelle, wo es in Uldah brauch war, Hinrichtungen durchzuführen. Ein alter Mann, gekleidet in einer Kutte, hatte sich wohl zu dieser Stelle aufgemacht um herab zu schauen, in das Tal, welches für den Tod als Strafe zu sorgen hatte. Doch kippte er über die Planke und konnte sich gerade noch mit der Hand halten. Sein Körper lies aber keine Kraft mehr aufbringen, um sich hochzuziehen.

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Mit schweren Rucksäcken bepackt, gelangten Cleo und Dastil zu dieser Brücke und sahen den Mann in Lebensgefahr. Cleo bewachte die Rucksäcke, schließlich treiben sich viele Kriminelle in dieser Gegend herum und es könnte auch eine Falle sein. Dastil eilte die Brücke entlang und das hölzerne Gerüst an den Gemäuern herab, und reichte dem Mann die rettende Hand. Er zeigte sich dankbar durhc seine Worte und zeigte großes Interesse an seinem Retter, Dastil. Der alte Mann erzählte, dass er ein wandernder Priester des Nald sei und die Städte in Thanalan bereise, um dort das Wort des Nald zu verkünden. Er war sehr glaubig, robust, aber auch zerbrechlich zu gleich, seine Art herzlich und freundlich. Er segnete Dastils Reise, welcher nur wenig sinn für seine weisen Worte zeigte und sich nach der Rettung zu Cleo aufmachte und mit ihr zum Finsterwald weiter zog. Doch der alte Mann blickte den Beiden noch lange nach, erst als sie am Horizont der kochenden Wüstenluft verschwanden, schien auch er seine Reise fortzusetzen.


 


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大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: Mo Sep 01, 2014 6:07 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ein Schrei, so laut, dass die Raben aus den Wipfeln der Bäume flogen. Im Finsterwald angekommen änderten sich nicht nur die Temperaturen. Zum kühlen Feucht der Luft, und dem Duftgemisch der Tannen und frischen Gräser, gepaart mit einigen Blüten, welche ihren Staub durch die Lüfte gleiten liesen, gesellte sich auch das gelegentliche Vorbeisummen von Bienen und Fliegen, die bereits andeuteten, dass das Moor um Camp Seelenruh nicht mehr allzu weit entfernt sein mag.
Doch lag auf der Router zum abgesicherten Camp ein Weg durch ungesichertes Territorium und auf diesem Weg fanden Cleo und Dastil einen umgestürzten Händlerwagen. Er sah ausgebeutet aus. Sein Reifen brannte leicht unter dem Einfluss eines Pfeiles, welcher zuvor entzündet wurde. Fußabdrücke am Boden verrieten, dass gleich ein ganzer Haufen um den Wangen herum gestreunt haben mussten. Aus dem Wald kam jedoch kein Geräusch.

Vorerst, denn dann durchfuhr die Stille des Waldes der angsterfüllte Hilfeschrei einer Frau. Eine Falle? Für Dastil und Cleo stand trotz dieser Ungewissheit fest, dass sie helfen mussten. Sie eilten durch das dicht besiedelte Baumreich, immer tiefer in den Wald und weg vom gematschten Weg, bis sie ein großes Lager vor sich erblickten. Wilderer hatten die Frau und ihren Handelswagen überfallen. Dastil und Cleo sahen wie die Frau von den Miqote durch das Lager gezerrt wurde. Sie versuchte sich zu wehren und ihre Kleider wurden von den Banditen aus Jux zerrissen. Dastil entschied sich nicht für einen Kampf, sondern er wolle mit den Frauen sprechen. Cleo zeigte sich nicht skeptisch, sondern einen anderen Weg hätte es wohl nicht gegeben. Sie wollten handeln, boten ihre teuren Kontaktperlen als Tauschobjekte gegen die entführte Frau an.

Nach anfänglichem Gelächter als Dastil sich vor den Toren des Lagers groß machte und nach einem Handelspartner rief, kam dann doch die vermeintliche Anführerin im Gefolge mehrerer Bogenschützen vor die Tore. Sie zogen die Wiesländerin, welche zappelte und große Angst hatte durch den Matsch und warfen sie neben der Miqote auf die Knie. Dastil zeigte sich unbewaffnet. Er wolle nur handeln. Doch die Miqote, deren Gesicht etliche Narben zierten, das schöne Grau der Haut durch das Braun dieser alten Hautverletzungen im Antlitz zerstörten und nur noch ein helles grünes Auge als besonderes Merkmal hervorstechen lies, zeigte sich nicht sehr handelsfreudig. Sie werde sich einfach beides nehmen. Die Perlen und die Frau....und vielleicht auch noch ihn, bevor sie ihn töten. Die Situation drohte zu eskalieren. Die Bogenschützinnen spannten die Bogen und die lachende Anführerin fing die Kontakperlen mit der Hand auf, als Dastil diese ihr rüber warf. Sie hätte nun alles, sagte er. Lasst die Frau frei, waren seine Worte. Und als die Anführerin der Wildererbande den Arm in die Luft hob und die Hand mit den Kontaktperlen zur Faust ballte war klar, dass ein senken des Armes das Signal wäre Dastil mit zwanzig Pfeilen zu übersäen.
Der Arm senkte sich und die Sehnen der Bögen spannten sich im Einklang. Doch senkte sich ihr Arm nicht aus dem Grunde, dass sie nun das Zeichen vollenden wollte, sie klappte zusammen. Ein seltsames Wurfgeschuss aus Metall, eines Sternes gleichend, flog nur knapp an Dastil vorbei und traf die Miqote genau zwischen die Augen, was innerhalb eines Herzschlages ihre Lichter zum Erlöschen brachte...
Den Schrecken in den Gesichtern der Wilderer nutzte Dastil, packte die Frau am Arm und rannte mit ihr los. "Schnell jetzt!"
Pfeile prasselten nur so links und rechts in die Stämme der Bäume, doch Dastil schaffte es gemeinsam mit der Frau zum Händlerwagen zurück, rief Cleo zu, sie solle rennen. Und so eilten die drei den matschigen Weg entlang bis sie zum schützenden Camp Seelenruh gelangten. Ein Glück, alle waren unverletzt.

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Als etwas Ruhe eingekehrt war, fanden Dastil mit Cleo etwas Rast. Die Frau kam zu den beiden und bedankte sich bei Dastil für ihre Rettung. Er wies jegliches Gil ab, sagte nur, sie solle besser auf sich aufpassen. Sie schien ihm sehr dankbar zu sein.
Doch Dastil war angespannt. Dass Jemand die Anführerin vor seinen Augen ermordet, passte ihm gar nicht und so erzählte er Cleo, auf ihr Fragen hin, was er denn habe, von diesem Stern aus Metall, der durch die Luft flog. Cleo hörte ihm nachdenklich zu, blickte auf die Bäume in der Ferne, welche am Moor anschlossen, und sie sah ein funkeln in den Baumwipfeln, eine Reflektion. Doch sie machte sich keine Gedanken darüber.


 


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大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: Fr Sep 05, 2014 1:46 pm  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Und Sie rennt...
Tränen schlingen sich den Weg über die Poren ihrer Haut die Wangen herab, lenken ein links und rechts, ziehen ihre Bahnen herunter, doch treibt sie der Wind, die Geschwindigkeit, die Hast und die Hektik ihrer Schritte weiter nach hinten. So enden sie nicht am Kinn sondern steifen unter den Ohren in den Haaransatz oberhalb ihres Nackens. Doch keine Zeit für Trauer.




Sie wird verfolgt.
Der Weg ist quer durch den Wald. Kein richtiger abgelaufener Weg, sondern das Moos am Boden ziert die Strecke. Äste peitschen ihr entgegen, kratzen in die Haut der Arme und der Hände, welche sie immer wieder schützend vor das Gesicht hält. Sie durch springt Büsche, lässt Äste am Waldesboden knacken und sie lässt nicht nach. Laufen ist das einzige was sie von ihren Verfolgern trennt. Renn schneller Ka'ya...renn schneller.

Doch egal wie schnell sie rennt, wie viel Sauerstoff ihr Herz auch durch die Venen pumpen mag, sie kann sie nicht abschütteln, ihre Verfolger. Es ist hoffnungslos, sie ist nur eine junge Frau. Ihre Beine tragen sie nicht schneller, als sie es in ihrer Todesangst bereits tun. Was soll sie nur tun?
Diese Männer waren keine normalen Banditen. Sie überfielen ihren Vater, ihre Mutter und sie, auf der Reise durch einen Wald. Eine einfache Händler Familie. Sie waren chancenlos gegen diese Männer, welche sich durch die Bäume bewegten als seien sie Wesen einer anderen Spezies. Doch es waren Menschen und ihre Taten waren grausam. Die Gerüchte über Waldgeister, die den Wald auf der Handelsroute durchstreiften und jeder dritten Karawane den Tod brachten, erreichten Ka'yas Eltern nicht. Sie lebten sehr zurückgezogen. Eine Familie am Rande der Zivilisation auf einem kleinen Landstückchen, das sie mit Stolz ihr Eigen nennen durften. Sie lebten von der Schafzucht und dem Handel mit Schafwolle.

Diese Männer, sie heulten wie Wölfe und sprangen von den Bäumen. Einer packte ihre Mutter, riss sie zu Boden und zog ihren Kopf an den Haaren zu sich. "Ihr müsst verstehen, dass jedes Opfer einem höheren Zweck gilt" sagte der Mann, welcher bis auf die roten Augen unter Stoffen verhüllt war. Sie blickte zu Ka'yas Vater und sein Dolche schnitt das Leben aus der geliebten Frau. Ihr Vater schrie: "KA'YA LAUF!" und sie sprang unter den Decke auf dem Handelswagen hervor, rannte tiefer in den Wald. Ihr Vater setzte alles daran seiner Tochter Zeit zu verschaffen, schlug einen der beiden Männer, die ihn an den Armen hinter dem Rücken packten, mit dem Kopf gegen die Schläfe, zog sein Kürschnermesser aus dem Stiefel und holte zum Schlag gegen seinen anderen Peiniger aus. Doch huschte der Mann mit den Roten Augen, so schnell nach vorn, dass sein Schatten zu einer schwarzen Wolke wurde. Er griff beinahe in Zeitlupe nach dem Arm des Vaters und leitete die Kräfte seines Versuchs zuzustechen, mit zwei gezielten Handgriffen um, stellte sich hinter den Vater und riss dessen Hand zurück eng an seinen Körper. Das Messer durchdrang den Brustkorb und schnitt genau in das Herz. "Mutig...für einen Händler" flüsterte der Mann mit den roten Augen in das Ohr des Vaters, dessen Körper alle Kraft verlor und seine Pupillen nach oben zogen.

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Ein Nicken an seine Kämpfer und alle vier Männer huschten in den Wald. Sie sprangen über die Äste, schwangen sich durch die Luft, von Baum zu Baum. Ka'ya konnte nicht entkommen und kam schließlich völlig erschöpft an einen steilen Hang. Ihr blieb nur die Wahl zu springen, oder sich umzudrehen und den Mördern ihrer Familie entgegen zu treten. Sie blieb stehen und hinter ihr sprangen drei der Männer auf den Waldboden herab. Zum Schluss kam er, der Mann mit den roten Augen.

Ka'ya wischte sich mit dem Rücken ihrer Hand die Tränen aus den Augen. "Ich will sie zu erst haben...so jung und schön!" Sagt einer der Männer und schritt voreilig nach vorn. Der Mann mit den roten Augen wartete ab.
Ka'ya konnte sich lange Zeit nicht erklären was in diesen Momenten mit ihr geschehen war. Der Mann packte nach ihr und sie schlug verzweifelt mit der Faust nach ihm. Während ihre Faust durch die Luft sauste griff er nach ihrem Arm, dreht diesen um, stieß ihn ihr in den Rücken und sie schrie schmerz erfüllt auf. Er presste seinen Dolch an ihren Hals und lehnte seinen Körper nah an den ihren. "Na...du wirst dich wohl nicht wehren wollen...sonst muss ich Dir noch deine schönen blauen Augen rausschneiden" sagt er ihr ins Ohr. Ka'ya schien verzweifelt, war angewidert von diesem Abschaum. Er begann ihren Hals zu küssen, biss beinahe in ihre Haut und sie beschloss in ihrem tiefsten Inneren, dass es so nicht enden soll. Der Widerstand in ihrem Geiste löste einen Funken in ihrem Kämpferherzen aus. Sie biss ihm ins Ohr, riss das Ohr von seinem Körper und er schrie auf, die Kraft hatte für einen kurzen Moment seinen Griff verlassen und sie drehte sich elegant wie eine Kampfkünstlerin aus seinen Fängen, schlug ihm mit dem Fuß in die Weichteile, sodass vor Schmerzen seine Knie jegliche Spannung verloren und er zu Boden sacken drohte. Doch während er fiel, rammte sie ihm das Messer aus seiner Hand durch den Hals, und nur noch sein lebloser Körper knallte auf den Boden. Er grub sich in den Matsch und ein letztes Zucken verkündete sein Ableben. Ka'ya hob eilig das Messer auf, atmete hektisch ein und aus und schüttelte für einen Augenblick den Kopf, den Rausch in den sie gekommen war nicht verstehend. Der Mann mit den roten Augen trat hervor, es wirkte beinahe so, als hätte er ein Talent in ihr Schlummern sehen. Seine raue Stimme durchbrach die Schrecksekunde und das Geräusch des reflexartigen Zuckens des Toten: "Sie nennen mich den Wolf. Willst Du noch mehr meines Rudels töten? Dann werde zu meiner Schülerin." Seine Worte liesen die anderen Beiden Kämpfer auf die Knie gehen und sie verbeugten sich vor Ka'ya demütig. Welche andere Wahl hätte sie schon gehabt. Springen und aus dieser Welt flüchten, oder seinem Wunsch folge leisten. Ihr Kämpferherz pochte erneut auf, nein, springen war keine Alternative und so sagte sie mit hasserfülltem blick in ihren schönen blauen Augen: "Ich werde Dir folgen."

Vier Jahre sind seitdem vergangen und aus Ka'ya wurde eine der Besten Kämpferinnen, die der Wolf und ganz Eorzea jemals gesehen hatte. Ein Kämpferherz vermag auch ohne Hoffnung weiterzuschlagen. Doch bleibt offen, ob dies zum Leid oder zur Freud des Geistes geschieht.

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大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: Mi Sep 17, 2014 9:37 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zwei Jahre später. Kaya war durch ihr beeindruckendes Talent im Ansehen des Rudels schnell nach oben geklettert und der Wolf hielt sie immer in seiner Nähe. Ein beängstigender Gedanke, musste sie doch bei dem Menschen sein, welcher ihre Familie zerstört hatte, und er suchte krankhaft wie ein Vaterersatz ihre Nähe. Sicherlich nicht nur weil er in so eine Rolle schlüpfen wollte, vielmehr schien sich der Wolf Kayas Qualitäten und unglaubliches Potential bewusst zu sein. Je näher sie ihm war und auch geblieben ist, desto mehr konnte er kontrollieren, dass dieses Talent nicht falsch beeinflusst wurde, denn ein Rudel voller kaltblütiger Kämpfer begehrt schnell auf, wenn der Meister Schwäche zeigt. Mit Kaya an seiner Seite war die Legitimität seiner Führung mehr als nur gesichert.



Es sind diese Momente im Leben. Wir müssen Entscheidungen treffen, ob wir wollen oder nicht, und diese innerhalb von Sekunden. Sie bestimmen unser Leben oft mehr als es eine vermeintliche Lebensplanung jemals könnte, sind es doch die Fäden welche Nymeia für sich spinnt, unser Schicksal auf welches wir beinahe keinen Einfluss nehmen können. Renne ich weg? Oder Bleibe ich stehen, wenn der Tiger plötzlich aus dem Nichts auf der Straße vor mir steht? Jede zu schnelle, hektische Bewegung wäre mein Tod. Jeder falsche Laut könnte ihn verunsichern und er würde mich angreifen. Vielleicht bleibe ich einfach stehen, ja genau...einfach stehen bleiben.

Es ist nicht klar was Cora Shuu dachte als sie an jenem Tage das erste Mal auf das Rudel traf; schließlich spricht sie nur sehr selten und wenn dann, sind ihre Gefühle das hinterste Fitzelchen ihres dünnen expressionistischen Fadens. Allerdings traf sie die richtige Entscheidung, um zu überleben.

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Aufgewachsen als ein Kind der Straße, aber voller Stolz. Warum auch nicht? Schließlich hatte sie sich nichts vorzuwerfen. Es war nicht ihre Entscheidung, dass sie ihre Eltern nie kennenlernen durfte, wo auch immer sie sein sollten, sie sind nicht bei ihr, als was zum Teufel schert sie das schon. Sie hat überlebt, und das bereits 8 Jahre lang. Die Kinder-Diebesbande, welche sie mehr oder weniger aufsaugte, als den Kindern bewusst wurde das Cora Augen wie ein Adler besaß und beinahe alles zielgenau werfen, spucken und schießen konnten, ermöglichte ihr einen gefestigten Überlebenskampf in den Straßen Uldahs und Thanalans. die Kinder gingen bei ihren Diebstählen oft simpel vor, nutzen ihr Unschuldiges Erscheinungsbild. Eine simple Masche Händler zu beklauen war es auf der Brücke gen Hohenbrück die reisenden Händler abzufangen und sie mit den Mitleiderregenden Augen des armen Kindes abzulenken, während hinter dem Wagen die Kinder alles plünderten, was sie auf die Schnelle in die finger bekamen. Das klappte auch stets wunderbar. Bis die Händler bemerkten, dass ihn etwas fehlte waren sie meist bereits am Camp Knochenbleich und die Kinder hatten nichts groß zu befürchten. Auch wenn sich das Gerücht diebischer Kinderbanden langsam verbreitete fielen doch beinahe alle Händler immer und immer wieder auf die unschuldigen Blicke herein.

An jenem Tag war es aber anders, denn die Fracht, die sich im Wagen verborgen hatte, war keine Ware, kein Zucker oder Reis. Nachdem ein Teil des Rudels mehrere Händler getötet und bestohlen hatten, legten sie den Weg zu einem Zwischenlager oft getarnt als eben jene Händler zurück, die ihnen zum Opfer gefallen waren. Ein Kutscher und Kaya daneben, verkleidet als Händlersfrau, während hinten im Wagen gleich 5 des Rudels unter Lacken lagen, bahnte sich gemütlich den Weg über die Brücke. Unter ihr das Tiefe Tal, welches jeher als Ort der Exekutionen Uldahs Straftäter galt, so tief war die Schlucht, dass ein Überleben völlig ausgeschlossen war.

Plötzlich tauchte ein Mädchen in Lumpen vor der Kutsche auf. Der Kutscher hätte gar nicht gestoppt, warum auch, so Jemand wie er schert sich nicht um Kinder, doch Kaya rief "Stopp!" als die Chocobos gefährlich nah auf das Mädchen aufliefen und sie sich keinen Zentimeter rührte. Kaya stieg von der Kutsche und lief zum Mädchen, welches sich den Mund mit einem Tuch zu gehalten hatte. "Was machst Du hier?" frägt sie freundlich aber bestimmend und zog ebenso bestimmend dem Mädchen das Tuch vom Mund weg und blickte ihr in die großen Augen. "Hier draußen sollten Kinder nicht allein umherstreifen..." Doch Cora schwieg, ihr Blick schien nur eine Millisekunde in die Hintere Reihe des Wagens zu gleiten, doch es hat gereicht, dass Kaya sofort wusste was hier eigentlich passiert. Sie packte Cora an der Schulter und just im selben Moment hörte sie Schreie von hinten. Die Männer sprangen unter den Laken hervor, packten lachend die Jungs und Mädchen der Diebesbande. Stachen sie ab und warfen sie von der Brücke, schneller als Kaya hätte irgendwas gegen die blutrünstigen Monster hätte tun können. Ein kleiner Junge rannte nach vorn, konnte sich irgendwie befreien. Er lief an Kaya und Cora vorbei, Cora blieb still stehen, rannte nicht davon als Kaya ihren Griff löste und entsetzt nach hinten blickte. Ein Pfeifen fegt durch die Luft, lässt Coras Haare im Wind flattern, etwas saust haarscharf an Kaya und Cora vorbei und der fliehende Junge geht durch einen so wuchtigen Pfeil zu Boden, dass er ohne Leben brutal in den Sand rutschte.

Der Kutscher ging nach vorn, zog sein Schwert: "Noch so ein Wurm!" holte mit dem Schwert aus und schlug auf Cora, welche immer noch ruhig stehen blieb. Kaya lies blitzschnell die Klinge ihres Dolches an das Schwert stoßen und parierte knurrend den nächsten Mordversuch ab. "AUFHÖREN!" schreit Kaya und blickt dem Kutscher in die Augen. "Genug Blut für einen Tag! Wir werden weiter ziehen."

"Und was ist mit dem Mädchen?" ruft einer der Männer. Kaya blickt Cora in die Augen, diese ist immer noch ruhig, doch machte sie einen besonderen Eindruck auf Kaya. Völlig unerschrocken ohne ein Zucken blieb sie stehen als der Pfeil vorbeisauste und Kaya erkannte, nein spürte, dass Cora nicht vor Schreck zur Seite sprang, weil sie genau gesehen hatte, dass dieser Pfeil sie nicht treffen würde. Kaya entwickelte schnell eine enge Bindung an das kühle kleine Mädchen, welches nur wenig sprach. Ein Hauch Familie war wieder zu Kaya gekommen und sie setzte Alles daran Cora zu schützen. Kaya hätte ihr so gern ein anständiges, geborgenes Zuhause gesucht, doch war ihr Einsatz für Cora bereits lebensgefährlich und nur ihre Bindung zum Wolf schien wohl zu ermöglichen, dass Cora geduldet wurde. Doch Cora gehen zu lassen, war schlicht unmöglich, schließlich hatte sie bereits zu viel gesehen und so wurde sie Teil des Rudels...


 


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大徳 Daitoku

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BeitragVerfasst: So Okt 05, 2014 4:09 pm  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Früher sahen die Bewohner Uldahs immer wieder eine Gestalt, gehüllt in feine Tücher, über die Dächer huschen; so akrobatisch, dass sich viele kleinere Geschichten darüber verbreiteten, was oder wer genau diese Gestalt eigentlich sei. Doch es war kein mystisches Wesen. So anmutig die Sprünge und der durch die Luft gleitende lange Stoff von Hose, Hemd, Schal und Kopftuch auch ausgesehen haben mochten, war es trotzdem nur ein junger Mann.

An der Spitze des Daches, wo die Ziegel links und rechts zu einem tiefen Fall einladen, dort rannte der junge Mann beinahe täglich. Er sprang von Haus zu Haus, seine Taschen gefüllt mit Diebesgut. Schritt für Schritt durchstreifte er die große Stadt wie kein anderer. Er wusste wie man unbemerkt Dinge aus Taschen entwendet. Er war geübt darin vom Dach herab durch die Fenster in Häuser einzusteigen, den Schmuck zu stehlen und zu verschwinden, ohne auch nur die kleinste Spur zu hinterlassen. Ein junger Mann und schon ein Künstler seines Fachs, geschult durch die harte Welt der Straßen Uldahs.



Für Mädchen war er der charmante Typ. Sein Lächeln, seine schöne Bräune und die vollen gepflegten Haare, waren ein echter Blickfang. Nicht selten verliebte sich ein junges Mädchen in den Herzensbrecher, welcher auch nicht davor zurückscheute, die Damenwelt durcheinander zu bringen. Doch sein Leben galt nicht der Liebe, das tat es nie. Er wollte der Beste werden, der berühmteste Dieb der Geschichte. Vielleicht würde ja dann endlich sein Vater auf ihn aufmerksam werden, und er zurückkehren um seinen Sohn wiederzusehen.

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Und tatsächlich. Immer mehr versuchte Jason in das Licht der Öffentlichkeit zu treten und seine Diebstähle als die hohe Kunst zu vermarkten, die sie auch waren. Er arbeitete sich die Adelshäuser herauf, stahl die wertvollsten Juwelen ganz Uldahs und hinterließ stets eine Karte mit einem roten Mond und dem Wolfskopf. Eine seiner wenigen Erinnerungen an seinen Vater war die, als Jason noch sehr klein war und sein Vater ihn in die Obhut des Waisenhauses übergab. Begleitet wurde der langhaarige Mann von zwei weiteren Freunden. Sie brachten Jason gemeinsam dorthin und sprachen mit der Leiterin, vermutlich gaben sie ihr Geld, das wusste Jason nicht mehr so genau. Doch er konnte sich noch sehr genau daran erinnern, wie die beiden Männern seinen Vater stets mit "Wolf" ansprachen.

Doch egal was Jason auch stahl, sein Vater ließ nichts von sich hören.

Schließlich entschied sich Jason zu einem beinahe größenwahnsinnigem Schritt. Nachts verteilte er in der ganzen Stadt Flyer. "Der Wolf wird beim nächsten Vollmond die Juwelen der Sultana stehlen und sie öffentlich zerstören. Nieder mit der Dekadenz und der Kluft zwischen Arm und Reich."

Die Nachricht sprach sich schneller herum, als man hätte vermuten können. Die Paladine des Palastes ließen verkünden, dass der Wolf bald am Galgen hängen werde, wenn er auch nur einen Schritt in den Palast mache. Und als die Nacht des Vollmondes kam, blickte Jason beinahe schon enttäuscht auf den silbrigen Mond, welcher nahe am Turm des Palastes zu scheinen schien. Wieder nichts von seinem Vater. War er vielleicht bereits tot? Egal. Er musste es tun; er muss diese Juwelen stehlen. Und so bereitete er sich darauf vor. Wieder schritt er über die Dächer Uldahs und eilte im Schatten in die Nähe des Palastes. Dieses mal sollte ihn ein Enterhaken die Mauern emporsteigen lassen. Er warf den Enterhaken nach oben, und er konnte ihn an einem Fenstersims verhaken. Mühevoll zog er sich am Seil herauf und plötzlich war das letzte, an das er sich erinnern konnte, wie er vom Turm herab gefallen war. Das Gefühl des Sturzes lies ihn nicht los und er sprang erschrocken auf, als er am nächsten Tag in einem kleinen Lager in einem entfernten Waldstück aufwachte.

"Wir haben dich gepflückt wie einen Apfel vom Baum." Sagte einer der Männer mit einem Grinsen im Gesicht. "Glück für dich, dass Du auf einem Heuwagen gelandet bist."

Bissig schaute Jason sich im Lager um und zählte an die neun Mann. Ein Bolzen, vermutlich von einer Armbrust, durchtrennte das Seil des Enterhakens und lies Jason nach unten stürzen. Die Männer die ihn aufsammelten, waren die Gefolgsleute des Mannes, der sich Wolf nannte.

Jason hatte es also endlich geschafft, die Aufmerksamkeit seines Vaters auf sich zu ziehen. Und so rief eine ältere Stimme aus dem Kerzenschein eines roten Zeltes heraus: "Jason, komm zu mir."


 


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BeitragVerfasst: Di Okt 28, 2014 2:31 pm  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Cora, Kaya und Jason.

Als Jason sich dem Rudel anschloss und ihn tatsächlich sein lang verschollener Vater distanziert und trocken Willkommen geheissen hattte, schien für Jason alles endlich so zu werden, wie er es sich seit seinen Tagen im Waisenhaus gewünscht hatte....doch dann war da dieses Mädchen.




Bereits nach wenigen Tagen hatte Jason Kaya im Auge. Wieso war sie seinem Vater so nah? Ständig rief er sie in sein Zelt, sie stand stets neben ihm, wenn er einige Worte an das Rudel wand und wich bei Trainings nie von seiner Seite, ja sogar zum Abendessen rief er sie hin und wieder in sein Zelt. Es war für Jason ein merkwürdiges Gefühl, beinahe so als würde sie ihm seinen Platz streitig machen, und trotzdem, war sie so wunderschön, so unbeschreiblich schön, dass sein Atem zu stocken begann, wenn sie ihn mit ihren blauen Augen anblickte. Auch wenn dieser Blick eher misstrauisch wirkte, sein Herz pochte und er wurde so unsicher, wie noch nie zuvor in seinem Leben...

Vielleicht lag es auch daran, dass sie ihm stets die kalte Schulter zeigte. Ihm, dem Herzensbrecher Nummer eins, dem Akrobaten mit dem umwerfenden Lächeln. Doch all das schien sie nicht zu interessieren, es gab nur eine Person, die ihr irgendwie wichtig war, Cora.

Jason war sich sicher, dass der Weg ran an Kaya nur über das kleine Mädchen klappen könne.

Als Kaya eines Abends wieder im Zelt verschwand setzte sich Jason neben Cora.

"Hey Kleines, da hast du aber einen...tollen Stock....und zwei tolle Steine. Hm, nimm doch das hier lieber zum spielen?"
Jason legte Cora einen kleinen Plüschmogry vor die Füße, und Cora stupste diesen erst misstrauisch mit dem Stock.

"Redest nicht viel hm? Nun, weisst Du was, wir beide haben was gemeinsam." Cora blickt zu Jason, und dann kam es ruhig aus ihr heraus: "Was denn?"
"Na, Du und ich, wir sind die besten hier."

Cora schüttelt den Kopf: "Kaya ist besser."

"Ja? Das glaube ich nicht. Weisst Du was ich glaube.....ich glaube, dass aus dir einmal die Wölfin wird und Du Dir ein eigenes Schloss erbeuten wirst *lacht* und dann setzt Du dich auf den Tron und wirst langsam immer dicker und dicker *er bläst die Backen auf* und siehst dann ungefähr so aus."

Cora lacht: "Nein nein nein, so werd ich nie aussehen!"

"Ach, das streitest du ab, aber dass du mal die Wölfin wirst, das geht okay ja?"

Cora nimmt den Mogry in ihre Hände, streicht die Erde von ihm und macht ihn sauber: "Danke. Er ist wirklich süß. Was ist das denn?"

"Du weisst nicht was das ist? Na das ist ein Krokodil. Siehst du, da hat er seine Fangzähne."

"Nein, das ist gar nicht wahr!" Erwidert Cora vehement: "Krokodile sind grün und anders...."

"Sind sie das? Na siehst du, jetzt bist Du auch noch klüger als ich", er zieht dabei eine lustige Grimasse und Cora muss lachen.

"Wir fragen Kaya, wenn sie wieder da ist...was das hier ist."

Und so plauderten die Beiden noch weiter. Tatsächlich schienen die zwei wirklich Gemeinsamkeiten zu haben, sind sie doch beide Kinder Uldahs und haben in den Slums und den Gassen viel erlebt.

Kaya kam nach einer Weile dazu und beobachtete die beiden ruhig, bis sie dann sagte: "Cora mit wem sprichst Du da!"

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Cora und Jason drehten sich um, er nickte ihr nur freundlich zu und überlies Cora das Reden: "Das ist Jason, er ist so wie wir...ach und er hat mir das hier geschenkt? Er ist aber doof und denkt das sei ein Krokodil." Vielleicht lag es an Coras Lächeln, welches Kaya noch nie zuvor gesehen hatte, doch sie lies sich direkt darauf ein, atmete tief durch: "Das ist natürlich ein Mogry, ihr seid beide nicht die Hellsten was.", sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und setzte sich zu den Beiden.

Die drei freundeten sich an, und mit der Freundschaft zu Kaya schien Jason auch einen besseren Draht zu seinem Vater zu bekommen. Hin und wieder war es nun auch er, der abends in das Zelt gerufen wurde und einige, wenn auch nur ruhige und beinahe nichtssagende Augenblicke mit dem großen Wolf verbringen durfte. Ob Kaya dafür verantwortlich war, dass der Wolf seinen Sohn immer wieder zu sich rief, lies sie nie durchsickern, doch muss die Erkenntnis darüber, dass Jason seinen Vater mehr kennen möchte, eine leicht zu erlangende gewesen sein. Der Blick, wie Jason seinen Vater jedesmal betrachtete, war voller Stolz und Bewunderung, als sei dieser Mann alles, nicht nur ein Führer, sondern das Zentrum seiner Welt. Und so kam es auch, dass Jason einige Zeit später seine Freunde verraten sollte. Obwohl er sie wirklich zu lieben begann....


 


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BeitragVerfasst: Mo Nov 17, 2014 2:31 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Der Tempel der Mönchskrieger hinter den Gebirgen Coerthas wurde vom Wolf angegriffen und sowohl die Schüler als auch der Meister fanden dort ihren Tod.



So erzählte es Ka'ya Cleo, Shiorie und Dastil als sie im Krankenzimmer der Akademie zum Bewusstsein kam. Dies sollte der Grund sein, warum sie zu dritt gekommen waren. Sie wollten Cleo warnen, dass sie nicht den Fehler machen sollte, und zum Tempel reisen, direkt in die Arme des Monsters und seines Rudels. Doch war die Intention Ka'yas lang nicht so selbstlos, wie sie erscheinen mochte. Sie wollte weg, weg vom Rudel und dem Leben, das ihr aufgezwungen wurde und sie wusste, dass sie dies nicht allein bewältigen konnte. Deshalb, zum Schutze für Cora, suchte sie nach starken Verbündeten, welche mit ihr gemeinsam einen Feind bekämpfen würden, dessen Sphären zwischen Mensch und Oni verschwammen. Doch war es diese Stärke Dastils die in Jason den Instinkt geweckt hatte, welchen er schon seit seiner Kindheit in sich trug, und dem Blut des Wolfes, welches durch seine Venen floss, nur Ehre erweisen wollte, nämlich stets der Beste zu sein. Immer wieder schien es Jasons Verschulden gewesen zu sein, wenn das kleine Grüppchen der Ninja auf die Kämpfer der Akademie mit Hinterlistigkeit und Drohung traf und immer wieder war es Ka'ya die Jason zur Vernunft bringen konnte. Doch als die Akademie Jason gefangen genommen hatte und Dastil ihn auf unkonventionelle Weise verhörte, verlor Ka'ya den Draht und den Kontakt zu ihrem Freund Jason. Jason konnte aus der Akademie ausbrechen und verschanzte sich in einem Banditen Lager, wo Cora als Geisel festgehalten wurde. Sein Ziel war klar...warten bis der große Dastil das kleine Mädchen retten kommt und ihn dann in einem fairen Kampf von Mann zu Mann zu besiegen. Jason bekam seinen Kampf. Doch es war sein letzter.

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Dastil tötete vor den Augen Ka'yas und Coras den jungen, talentierten aber auch ebenso übereifrigen und selbst überschätzenden Ninja mit einem gezielten Schlag seiner Faustwaffen gegen Jasons Kehle. Und so trat Dastil durch das Blut des jungen Mannes und wandelte fortan auf Ka'yas Pfaden des Hasses, welche sie nicht ablegen konnte. Ka'ya wollte nicht wahrhaben, dass Jason an der Entführung Coras beteiligt war und glaubt bis heute, dass er sich dort eingeschlichen habe, um Cora zu retten und dass der Kampf gegen Dastil durch schicksalhafte Begebenheiten entstand. Auch wenn Dastil die lodernde Flamme in Ka'yas Herzen zu löschen versuchte, indem er ihr wie ein Freund entgegen trat, schien für sie alles immer enger und gefährlicher zu werden. Schließlich hatte sie ihren engsten Freund verloren und war nun mit Cora auf sich allein gestellt. Ka'yas Hoffnungen auf einen echten Ausweg schienen verloren und noch viel schlimmer, im Gespräch mit Dastil und Muyu, welche ihr nur Gutes sagen konnten und ihr Mitgefühl und Nächstenliebe schenkten, erkannte sie selbst wie zerfressen sie von niederen Gefühlen wie Hass, Furcht und dem Wunsch auf Rache war. Sie war nicht mehr sie selbst, nicht mehr die Frau, welche ihre Mutter damals so gern aus ihr gemacht hätte, für die sie sie schon als kleines Mädchen geliebt hatte, all ihre Ideale von denen sie sich selbst in ihrer Zeit beim Rudel einen kleinen Funken, ein kleines Stückchen Reinheit in ihrer Seele bewahren konnte, waren alle fort. Und so fasste sie den Entschluss, dass sie so nicht mehr gut für Cora sei. Sie lies die Akademie Cora zu sich nehmen und machte sich gegen den Willen Muyus, Dastils und Cleos allein auf, die stärksten Anhänger des Wolfes, welche auch seine Augen und Ohren genannt wurden, und dann schließlich ihn zu töten. Doch schien mit dem erloschenen Funken ihres alten Ichs auch ihre Ausgewogenheit, ihre Reinheit im Kampfe erloschen zu sein und sie erkannte, dass sie keinen Deut mehr besser, kein bisschen mehr anders war, als die Wesen die sie zu jagen begann. War das ihr ...Verhängnis?

Und so vernahm man in der Ferne die Stimme eines kleinen Mädchens, welches aus dem Fenster zu den Sternen blickte und sprach:
"Stirb...nicht....Ka'ya."


 


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BeitragVerfasst: Mi Nov 19, 2014 12:48 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben



"Und so zog ich meine Klingen....die Spur führte mich tief in die Wälder des Südens. Korein "Blutsklaue" Garan, hieß mein Ziel - ein Hüne. Ich hasste ihn vom ersten Tag an. Sein Blick war mir gegenüber stets herablassend. Vermutlich konnte er es nie ertragen, dass ausgerechnet eine Frau die Gunst des Wolfes auf sich zog und, dass ich so gut war. Dieser Hass...er soll in dieser Nacht meine Waffe sein, soll die Klingen, welche ich in seinen Leib rammen werde, in dunkle Schatten hüllen. Keine Unterdrückung mehr, ich muss handeln, um frei zu sein...handeln, um zu überleben. Das ewige Warten und die Furcht, dass sie mich oder Cora eines Tages angreifen werden - und wahrlich, dieser Tag würde schneller kommen als der Mond seine volle Gestalt annehmen könnte - zehren an meinen Nerven, machen mich unsicher. Und genau das, tief in meinem Inneren spüre ich, dass es diese Unsicherheit sein könnte, welche mich zögern ließe, wenn die Gefahr dann auf uns zu käme. Ich werde die erste sein, die zuschlägt. Ich werde zu dem, was ich seit vielen Jahren schon geworden bin, eine Jägerin.

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Da ist es, meine Beute. Der Hüne sitzt mit drei seiner Freunden am Lagerfeuer. Das Lager ist klein, drei Zelte. Die Männer unterhalten sich, lachen, unbekümmert und frei von jedem Zweifel, dass sie den Morgen nicht erleben könnten. Ich sehe Blut am Boden und ein zerfetztes Kleid. Der Anblick zürnt mich noch mehr. Schweine. Ihr habt den Tod verdient. Und so komm ich als Walküre über euch. Ich werde das tun, was kein Gesetz bisher vollbringen konnte, ich richte Euch.

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Und so presche ich aus dem Dunkel des Waldes hervor. Noch bevor sie überhaupt reagieren konnten, schießt eine Fontäne aus dem Halse des einen und lässt es im tiefen Rot über dem Lager herab rieseln. Der Nächste, schnell genug die Waffe zu greifen, doch landet mein Dolche in seiner Hand. Ein Schrei, eine Drehung, ein Schnitt und er sackt zusammen, wird eins mit dem roten Regen, welcher den Boden zu tränken beginnt. Der Hüne wirft seinen Dolch auf mich, ich weiche mit einem Rad nach hinten aus, widerlich genug dass nun meine Hände durch die rote Pfütze meinen Körper tragen, doch keine Zeit für Ekel. Ich presche wieder nach vorn, weiche den Schlägen des Hünen aus. Seine Masse macht ihn erstaunlich langsam und ich weiss nach einem Augenblick bereits, dass ich diesen Kampf nicht verlieren werde. Kurz darauf ereilt ihn diese Erkenntnis auch als meine Klingen ihm die Finger von den Händen schlagen und sein kläglicher Versuch die schnellen Stiche und Hiebe zu parieren in Schmerzen enden. Der dritte Handlanger versucht zu fliehen. Ein ebenso kläglicher Versuch dem Unausweichlichem zu entkommen. Ich werfe einen Stern, welcher sein Schicksal besiegelt und die Nerven seines Körpers zum brechen bringt. Zuckend liegt er am Boden, doch habe ich noch keine Zeit ihn zu erlösen. Ich wende mich dem Hünen zu, welcher weint wie ein Baby. Er fleht mich an Erbarmen zu zeigen, doch erkennt er schnell in meinem Blick, dass ihm dieses heute nicht zuteil werden wird, nie mehr. Warum auch...war es doch das letzte was dieses Monster jemals einem Mitmenschen gegenüber gezeigt hätte, Erbarmen. Und wenn ich ins Zelt blicken würde, so mein Gedanke, würde ich sein nächstes Opfer entdecken. Grausamkeit muss mit Grausamkeit bestraft werden, sage ich ihm in die Augen. Er nennt mich Dämon, Todesengel. Meine letzten Worte an ihn: Man erntet das, was man sät. Und so richte ich ihn unter dem Schein des Halbmondes, skrupellos, so wie er einst war. Die Erlösung fand auch der Dritte endlich und das Lager ging in Flammen auf. Dass ich beim Anblick der Flammen auch noch lächeln muss, gibt mir wenigstens etwas Genugtuung. Das nächste Ziel wartet."


 


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BeitragVerfasst: Do Dez 04, 2014 9:29 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das Jorouya-Bordell - Teil I

Es hat einige Zeit gedauert bis Ka'ya ihr nächstes Ziel ausfindig machen konnte. Doch wie das Schicksal manchmal spielt, machten sich die Informationen, die sie brauchte, von selbst auf den Weg zu ihr...



Ein Rascheln in den Baumwipfeln und zwei Männer spähen vom Baum herab. Ihre Statur beinahe gleich, wie Zwillinge, unterscheidet sie nur die Anzahl an Narben im Gesicht und an den Händen, der Rest verhüllt in schwarze Tücher. Die Zeichen des Rudels zieren ihre Handrücken. Rynyaru und Shanruk, zwei der erfolgreichsten Jäger des Rudels. Jäger?
Die Handlanger des Wolfes, welche externe Bedrohungen möglichst unauffällig und ohne Skrupel beseitigen konnten. Wenn diese zwei losgeschickt wurden, bedeutete dies, dass dem Rudel die ausgehende Gefahr durchaus bewusst geworden ist. Es ist ein Zeichen, der Tod auf den Schwingen der dunklen Rabe, welche die Baumwipfel der Wälder durchstreunten.

"Da unten ist Sie."
"Ja...so ahnungslos. Was dieses Stück sich nur denken muss, dass es keine Rache geben wird?"
"Bruder, mir ist es scheiss egal ob der Boss sie lebend will. Seit ich dieses Miststück das erste mal gesehen hab, sehn ich mich danach ihr meine Klingen ins Herz zu rammen...."
"nijahahaein...Du wirst sie schön mir überlassen. Ich werd ihr die Haut vom Leib reissen und sie dem Boss vor die Füße schmeissen."
"Das könnte dich dein Leben kosten..."
*Er lacht etwas* "Haha, Du solltest nicht alles glauben was ich so raushaue, Bruder....hrm....was war das"

Die beide richteten ihre Blicke wieder nach unten, wo Ka'ya zuvor stand, doch war sie verschwunden. Nur noch der Rucksack lag am Boden, welchen sie zuvor schnürte. Blätter wehen durch den kühlen Wind gegen den Rucksack und bedecken ihn schon etwas.

"Wo..wo ist sie hin...denkst du sie hat uns gesehen?"
"Das ist unmöglich. Wenn ich sie erwische...diese Schlange."

Um sie herum war alles ruhig. Kein Zucken, keine Schritte, nur das Geräusch der Winde wie sie durch die Äste streifen.
Die beiden Männer, zuvor so sicher, schienen plötzlich die Ungewissheit zu spüren, die Ungewissheit darüber, was in den Schatten um sie verborgen liegt. Ihre Augen blitzen im Dunkel hervor und sie versuchen auch nur die kleinste Ungewöhnlichkeit in der Umgebung auszumachen, als vor ihnen plötzlich ein Zischen zu hören ist. Rauch strömt aus dem Rucksack. Zunehmend stärker strömt der Rauch nach außen und nebelt die nahe Umgebung ein. Die Umrisse einer Gestalt werden dort sichtbar, wo der Rucksack stand...ein Mensch, ohne Zweifel.

"Da...da ist sie!" Shanruk zögert keinen Augenblick und wirft seinen vergifteten Dolch auf die Schattengestalt, welche beinahe auf dem Nebel zu schweben schien. Unüberlegt und aus dem unsicheren Gefühl der Ungewissheit heraus zum Fehler gebracht, flog sein Dolch auf die Gestalt zu und auch Rynyaru, dessen Versuch Shanruk noch aufzuhalten, mit seinem zögerlichen "Tu es nicht...warte!", viel zu spät kam, konnte nicht verhindern dass der geworfene Dolch, die zuvor versteckte Position auf den Ästen verriet.

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Und tatsächlich, noch bevor Shanruk's Dolch die Schattengestalt erreicht hatte, flog aus der Dunkelheit des Waldes ein anderer Dolch, scharfkantig und mit einer nach oben gezankten Klinge, die sich tief im Fleisch verankern konnte und selbst mit Wucht nicht sofort jenes wieder los lies. Shanruk spürte nur wie sein Körper plötzlich nach hinten gedrückt wurde, so kräftig dass er fast das Gleichgewicht auf dem Ast verloren hätte. Erst der geschockte Blick Rynyaru lies Shanruk an sich herabblicken und da sah er den Dolch bis zum Griff in seiner Brust stecken, und vom Dolch wegführend ein langes schwarzes Seil, was in der Nacht fast nicht sichtbar war. Rynyarus Blick war geschockt und voller Furcht. Seinen Kameraden hatte er just in diesem Augenblick aufgegeben und so drehte er sich weg und sprang zum nächsten Ast, während Shnaruk durch einen heftigen Ruck nach vorn gerissen wurde. Er folg vom Baum und unter ihm huschte Ka'ya eingehüllt in ihre dunkle Assassinen Kleidung aus einem Gebüsch hervor, zog ihr langes Katana und sprang empor, Shanruk entgegen. Sie drehte sich in einer tiefen Haltung in der Luft und schlug dem, durch das Gift des Dolches gelähmten Shanruk, ohne Skrupel das Haupt vom Leib, welches synchron mit dem Körper auf dem Boden aufschlug, als Ka'ya bereits auf den Ästen stand und sich von einem Baum zum anderen zu schwingen begann. Sie folgte Rynyaru, welcher ebenso ein gekonnter Artist, wie Kämpfer war.

Von Baum zu Baum schwangen sich die beiden, immer wieder warf Ka'ya einen ihrer Ninjasterne, welche aber jedesmal um ein Haar, Rynyarus Ausweichmanövern zum Dank, verfehlten. Doch selbst der erfahrenste und trainierteste Ninja käme bei diesem Tanz über die Bäume an die Grenzen seiner körperlichen Belastbarkeit. Und so wurde der Kampf zu einem Messen der Ausdauer.
Nach einigen Minuten schien Rynyaru nicht mehr zu können, er wurde langsamer und Ka'ya kam immer näher. Plötzlich trennten die Beiden nur noch drei Bäume und so griff Ka'ya, welche ebenso an ihre Grenzen kam, aber einen mehr als nur eisernen Willen besaß, der jeden Schmerz der Muskeln unterdrücken konnte, zu all ihren Wurfsternen und lies sie beim Sprung von einem zum anderen Baum in einer Drehung nach vorn fliegen. Rynyaru konnte nicht allen fünf geworfenen Sternen ausweichen und so traf ihn einer in die Schulter und ein anderer zwischen die Rippen, während er gerade durch die Lüfte flog, von dem einen zum anderen Baum. Sein Sprungversuch endete, dank der Treffer allerdings nicht sicher auf dem Ast. Er schlug mit der Stirn gegen den Ast, der ihn hätte tragen sollen und riss seinen Körper um die eigene Achse, bis er schließlich beinahe regungslos mit dem Rücken auf die herausstehenden Wurzeln des Baumes am Waldboden aufprallte.

Ka'ya landete sicheren Sprungs und Standes neben ihm, weich abgefedert und musste sich sputen bevor Rynyaru das Diesseits verlassen würde. Sie rüttelte ihn wach und fragte, wo sie Iwazaru, den nichtssagenden Affen findet. Doch Rynyaru hielt sich in Schweigen. Er konnte nicht mal mehr grinsen, doch hätte er es vermutlich am liebsten getan, schließlich konnte er sich wenigstens so kurz vor seinem Tod, einen kleinen Triumph über Ka'ya sichern. Er schloss die Augen und auf seinem dumpfen letzten Atemzug schienen die Worte mitgetragen zu werden: "Du wirst ihn nicht..finden".

Wütend lies Ka'ya den gefallenen Ninja los, drehte sich um und überlegte ruhig. Die Sonne schickte bereits ihre ersten Strahlen über den Horizont, und Ka'ya durfte keine Zeit mehr verlieren. Bevor sie noch Jemand sehen würde, musste sie schnell handeln. Sie durchsuchte Rynyaru hastig nach irgendwelchen möglichen Informationen doch fand sie nichts in seinen Habseligkeiten. Sie packte die geworfenen Sterne wieder ein und huschte durch den Wald zurück zu Shanruks Leichnam und ihrem Rucksack, während die Sonne nun bereits die morgendlichen rot gefärbten Strahlen durch die Baumwipfel schickte, und den Wald erhellte. Schnell jetzt! Bevor ein Fremder vor ihr an den Ort des Geschehens kommt und Shanruk entdeckt.

Wenige Meter vor dem Ziel hörte sie bereits die Stimmen einer Frau und eines Mannes, welche einen Händlerkarren mit sich zogen. Sie sprang vom Baum, landete neben Shanruk, packte schnell ihren Rucksack und durchsuchte in größter eile seinen Körper. Irgendwo muss doch etwas sein! Sie blickt hinter sich und sah zwischen den Lücken der Baumstämme hindurch, bereits den Händlerkarren näherkommen. Das Händlerpärchen lachte und schien sich gut zu unterhalten.
Sie griff in seine Brusttasche, doch war dort nichts. Auch in den Seitentaschen fand sie nichts außer ein paar alte Nüsse. Nochmal blickte sie hinter sich und die Gefahr nun entdeckt zu werden war enorm groß. Sie zog ihm die Schuhe aus, ein letzter Versuch und schüttelte diese umgedreht aus. Und dann, fiel aus dem Schuh heraus eine Karte. Ein Ort den Ka'ya zuvor noch nie gehört hatte, war darauf vermerkt, das Jorouya-Bordell.
Sie packte die Karte ein und wusste dass sie dorthin gehen muss, um ihre Ziel zu finden. Denn neben dem hübschen Gesicht einer jungen Frau, dem pink-weiss gefärbten Papier-Schirm und des Namens des Etablissements, war ein grinsender gezeichneter Affe...

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Ka'ya hechtete über einen der nahen Büsche, wobei sie sich in der Hektik die Hände an den Dornen aufriss, als sie sie schützend vor das Gesicht hielt. Sie sprang auf einen der Bäume vor ihr und eilte davon, während sie hinter sich die panischen Schreie der Händlerin hören konnte....


 


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BeitragVerfasst: Di Dez 09, 2014 9:33 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das Jorouya-Bordell - Teil II

Miko, die Konkubine


Ka'ya machte sich auf die mehrtägige Reise in Richtung Thanalans. Sie reiste zu Fuß, trug ihren Rucksack über den Schultern und lief als einfache Wanderin auf den Hauptwegen der Händlerrouten. Sie war in langen Stoffen gekleidet, die mit jedem Armschwung und Schritt, elegant hinter ihr her zogen, so lang waren sie. Sie fühlte sich zum ersten Mal seit Monaten sicher und genoss die Augenblicke früh am Morgen, wenn der Morgentau auf den Blättern die aufkommenden Sonnenstrahlen reflektierten. Die angenehme Waldluft, so kühl und erfrischend, konnten sie ebenso begeistern wie die zahlreichen Tiere, die friedliebend immer wieder die Wege kreuzten und Ka'ya nicht nur einmal einen interessierten Blick schenkten.



Einmal ertappte sie sich sogar dabei, wie sie einem Ree voller jugendlicher Freude zuwinkte und strahlte, als dieses mit den Ohren zuckte und seine kleinen Augen sie länger betrachteten. Sie näherte sich dem Ree vorsichtig und hielt ein paar Nüsse auf ihrer flachen Hand. Das Ree schnupperte, es wirkte als schien es ihr blind zu vertrauen. Vorsichtig schleckte es die Nüsse von Ka'yas Hand, was Ka'ya glücklicher machte, als sie in den letzten Jahren je gewesen war. Ein huschen durch die Blätter und das Ree hüpfte seines wilden Schrittes zurück in den Wald. Ka'ya blickte ihr hinter her. "Ein schönes Tier", dachte sie sich mit einem sanften Lächeln, welches ihre Lippen zierte. Als sie hinter sich die klappernden Geräusche eines alten Holzwagens hörte, wendete sie ihren Blick über die Schulter zurück und die leichte Briese, die den Weg des Waldes mit frischer Luft versorgte, stricht ihre Strähnen, die sich aus dem Zopf geschlichen hatten, über ihre Nase und an den Augen vorbei.

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"Hallo junge Dame!" rief ihr aus der Ferne eine Frau zu, welche neben einem Mann auf dem von einem Chocobo gezogenen Karren saß."Wo wollt ihr denn hin? Steigt auf uns leistet uns doch ein paar Meilen Gesellschaft! sie lächelte Ka'ya so blumig an, dass diese einen Augenblick verdutzt zurückschaute, ehe sie begriff und freundlich nickte: "Ja sehr gern!"
Der Wagen schaukelte kräftig und Ka'ya blickte während der Fahrt immer wieder am Wagen herab, warum das wohl so ruckelte? Der Weg kam ihr zu Fuß nicht so uneben vor, aber vermutlich lag das Ruckeln an den alten Rädern, die sicherlich schon viele Reisen mitgemacht haben, wenn man anhand der vielen Risse im Holz urteilen mochte.

Die Händlerdame erzählte Ka'ya von all ihren Reise und Ka'ya hörte ihr gut erzogen zu, sie nickte immer zu freundlich und fragte hin und wieder mit ihrer ruhigen Art, was genau die Dame auf ihren einzelnen Reisen erlebt hatte. Was für eine Überraschung es für Ka'ya gewesen sein muss, als die Händlersfrau ihrem Mann die Hand auf die Schulter legte und davon erzählte, dass sie erst vor kurzem eine Leiche im Wald gefunden hatten. Ka'ya erstarrte kurz innerlich, und biss sich auf die Unterlippe. Doch ihr schlechtes Gewissen der lieben Dame und ihrem ebenso freundlichen Mann, der auf jeden zweiten Satz seiner Frau ein belebendes "Ja!" von sich gab, während er die Zügel des Chocobos in Händen und den Karren auf der Spur hielt, wurden schnell davon gespült, so viel hatte die Frau zu erzählen und plapperte beinahe unermüdlich, voller Freude und mit dieser herzlichen Ausstrahlung, wie sie nur wenige Menschen besaßen. Die Nacht brach herein und während der Händlersmann eifrig weiterfuhr, schlief seine Frau an seine Schulter gelehnt und sagte im Schlaf immer wieder "Ich liebe Dich". Ihr Ehemann gab ihr einen Kuss auf die Stirn, sorgte dafür, dass sie gut zugedeckt war und hielt mit einer Hand die ihre, während er Kissen und Kutscher zugleich war. "Ich liebe Dich auch"....

Ka'ya verlor sich im Anblick der beiden, nur die Sterne konnten ihr nach einer Zeit einen verträumten Blick entlocken, ehe Ka'ya tief einschlief und die Nacht mit Träumen verbrachte. Sie schlief tief und nur Jasons Gesicht, welches ihr lächelnd zu sprach "Aufwachen Ka'ya" konnte sie aus den Träumen reisen und sie wachte langsam auf.

"Aufwachen mein liebes Kind" die Händlersdame lächelte Ka'ya an. "Wir sind nun an unserem Ziel angekommen, ab jetzt musst du ohne uns weiter. Mögen Dich die Wege Nymeias stets schützen."
"Auf bald junge Dame!" sagte der Mann mit seinem frohen Lachen.

Ka'ya dankte den Beiden und verbeugte sich angemessen. Ein weiter Weg lag noch vor ihr, doch schien sich dieser noch leichter zu gehen, als es davor schon der Fall gewesen war. Dank des lieben Pärchens blickte Ka'ya voller Hoffnung in die Zukunft und so wanderte sie nun durch die Sande und trockenen Gebiete Thanalans bis zur nahenden Küste, wo sich das Jorouya-Bordell befand.

Das Jorouya-Bordell, befand sich leicht abseits der Thanalanischen Küste zwischen mehreren Hügeln in einem kleinen Tal. Das Gebäude selbst war im Stil der östlichen Lande gebaut. Sein geschwungenes Dach war verziert mit langen Balken, welche an den Ecken heraus standen und in edle geschnitzte Figuren mündeten, Drachen. Während von außen die Wände aus stabilen Holz zu sein schienen, waren innen vornehmlich Wände aus festem Papier. Viele große Räume mit großzügigen Flächen für Feiern lagen im Erdgeschoss während die intimeren Räumlichkeiten den ersten Stock in viele kleinere Zimmer teilten.
Das Tal in welchem Jorouya lag strahlte bei Ka'yas ankunft, mitten in der Nacht, hell. Man konnte die vielen Stimmen, das Lachen und die laute Musik von weitem bereits erahnen und je näher man kam, desto deutlicher schien der Eindruck zu trügen, dass es sich bei jenem Gebäude in mitten des kleinen Tales um ein wahrliches Haus der Freude handelte. Doch kamen aus dem Haus meistens nur lachende Männer heraus. Gemischtes Publikum, wie Ka'ya feststellen konnte. Vom Seefahrer, über die Messingklinge bis hin zu wohlhabenden Kaufleuten Uldahs schienen dort alle gleichsam ihre Freuden auszuleben.

Ka'ya lies sich an einer erhöhten Position am Rande der Hügel nieder und beobachtete die ganze Nacht hindurch das Jorouya. Am Eingang waren viele Wachen, deren Statur und Ausstrahlung bereits klar machten, dass mit ihnen nicht zu spaßen sei. Affen rannten immer wieder über die hölzernen Terrassen, jagten sich gegenseitig und Stritten wegen Obst oder sonstigem Essen, das die Gäste auf den Terrassen liegen lassen hatten. Es war Ka'ya aber nicht möglich in das Gebäude zu blicken und sie brauchte dringend einen Plan, um dort hinein zu kommen. Ein frontaler Weg schien ihr bei dieser Anzahl an Kämpfern und Männer zu riskant. Beinahe schon enttäuscht seufzte sie und verharrte weiter, beobachtend bis in die Morgenstunden als die Sonne schon auf dem Weg vom Horizont nach oben war. Immer weniger Männer kamen aus dem Gebäude. Manche davon taten sich schwer gerade aus zu gehen, hin und wieder wurde sogar einer aus dem Etablissement wortwörtlich geschmissen. Doch nach und nach kamen auch vereinzelte Frauen in langen farbigen Trachten und Kimonos, mit hoch gesteckten, schönen Haaren aus dem Jorouya. Die meisten von Ihnen gingen Tal einwärts in Richtung Küste, doch eine davon fiel Ka'ya direkt ins Auge, weinte sie doch sehr und verschloss die Arme als sie sich auf den Weg machte und in Ka'yas Richtung. Neben ihrem Vorhaben zu erfahren wie es um das Innere des Jorouya stand, schien diese Frau sie beinahe anzuziehen. Was war mit ihr? Warum weinte sie? Ka'ya spürte den Drang ihr helfen zu wollen und so ging sie ihr entgegen, blieb vor der herankommenden Frau stehen und fragte sie ruhig: "Was hast Du?"

Die Konkubine blickte zu ihr, ihr Makeup schon ganz zerlaufen. Sie schniefte etwas und sagte dann mit trauriger Stimme: "Nichts mehr..."

Die Frauen standen sich gegenüber, die tapfere Einzelgängerin und das geschlagene Mädchen, welches unter ihrem schönen Kostüm so viel Trauer verbarg. "Ich hab Dich hier noch nie gesehn?....Besser du drehst um und meidest diesen Ort. Die haben hier schon Mädchen von der Straßen aufgelesen und zwingen sie für sie zu arbeiten."

Ka'ya folgt dem Blick der jungen Frau über ihre Schulter zum Jorouya. "Ich hasse diesen Ort...ich hasse mein Leben." sagte Miko.

"Kannst Du nicht fliehen?"
"Fliehen...wohin sollte ich gehen? Hm, kannst Du mir sagen wohin?"

Ka'ya blickte weiterhin ruhig zu ihr, sie schob den langen Stoff zur Seite und zeigte der Fremden ihren Dolch: "Du musst lernen Dich zu wehren..."

Die Fremde hielt einen Augenblick inne, ihr Blick war nur kurz auf Ka'yas Waffe gerichtet. Sie schniefte nochmals und lächelte Ka'ya dann trotz verheulter Augen an: "Ich heisse Miko...magst Du vielleicht...mich ein bisschen begleiten? Ich hasse es den Weg allein zu gehen..."

Ka'ya nickte und ging mit ihr, während die beiden immer mehr von einander erzählten...

"Du hast so eine ruhige Art an Dir, Ka'ya. Wie kannst du in dieser Welt nur so ruhig bleiben?"
"Du bist nicht die erste die das sagt"

"Und hast Du eine Antwort für mich" Miko lächelte Ka'ya an und blieb auf einmal stehen: "Auch wenn ich nicht die erste bin..."

Ka'ya's Blick war voller Verwunderung. Sie blinzelte Miko zu und schien jetzt erst zu bemerken wie hübsch Miko eigentlich war. Lange schwarze Haare, ein geschwungenes Stupsnäschen, sanfte helle Haut und blumige Wangen. Ihre Lippen waren mit einem kräftigen Rot verziert, und sie besaß einen sanften, aber ausgeprägten Armorbogen und volle Lippen. Ihre Zähne waren sehr hell und ihr Lächeln strahlend. Grübchen formten sich knapp über den Mundwinkeln, wenn sie jenes ihrem Gegenüber schenkte. Sie selbst war eher zierlich und sicherlich der Typ Frau, welcher bei jedem Mann den Beschützerinstinkt auslösen würde. Sie trug einen roten Kimono, welcher mit goldenen Stickereien geschmückt war, und es beinahe einfach nicht lassen konnte über Mikos Schultern zu rutschen. Immer wieder schob sie den Stoff zurück und verschränkte weiter die Arme, um dem Ganzen etwas mehr Halt zu geben. Sie war wie ein Püppchen, aber mit etwas ganz Besonderem. Doch spürte Ka'ya wie viel Trauer Miko auf ihren Schultern trug und sie entschloss sich ihr zu helfen...


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"Ich denke nicht viel über die schlechten Dinge nach." sagte Ka'ya dann schließlich und ging weiter. Miko folgte ihr mit schnellen Schritten bis sie wieder aufschließen konnte.
Miko musterte Ka'ya von der Seite.

"Weisst Du was...eigentlich hab' ich heute keine Lust nach Hause zu gehen. Wie wärs wenn wir uns irgendwo ein Lager aufschlagen, Du hast doch hier bestimmt ein Lager?"

Ka'ya nickte ruhig. "Ja...aber Miko..."

"Ja, Ka'ya?"

"Du musst mir helfen. Ich...ich weiss Du kennst mich nicht, und...ich hab nichts was ich dir groß geben könnte, aber...Du musst mir helfen. Ich muss in das Jorouya."

"Du musst? Du bist die erste Frau von der ich sowas Verrücktes höre" Miko lacht. "Spass beiseite...was hast Du denn vor? Ich helf Dir, aber ich muss schon wissen warum."

Ka'ya erzählte Miko auf dem Weg zu ihrem Rastplatz alles. Miko war erst geschockt, doch verstand sie Ka'ya und fühlte mit ihr. Sie schien von Anfang an bereit gewesen zu sein, Ka'ya beizustehen, obwohl sie sie nicht kannte. Die beiden verbrachten den ganzen Tag am Lagerfeuer und erzählten sich Dinge aus ihrer Kindheit; die erste große Liebe und das Herzklopfen beim ersten Kuss, die Sehnsucht nach dem Leben als Kind, wo die Welt noch in Ordnung schien und wie sehr sie ihre Eltern geliebt haben. Miko wollte nicht zurück zum Jorouya und bat Ka'ya ob sie heute Nacht nicht bei ihr, hier bleiben konnte. Ka'ya widersprach ihr natürlich nicht und so kuschelten sich die beiden unter eine Decke, nah am Feuer und blickten in die lodernden Flammen.




Zuletzt bearbeitet von cleomomoko am Mi Dez 10, 2014 3:09 pm, insgesamt einmal bearbeitet
 


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BeitragVerfasst: Mi Dez 10, 2014 10:35 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

In der Nacht.

Wie in Zeitlupe gleitet der Fuß durch die Luft. Streift links und rechts alles zur Seite was ihm im Wege steht, auf seiner Strecke zum Waldboden. Kleine Zweige, Sträucher, Moos und Gras, alles wird unter ihm zerdrückt und bewegt sich alles doch wie in einer Blase, langsam, Schritt für Schritt, Fuß für Fuß. Ka'ya rennt, voller Sorge, voller Furcht vor dem Schlimmsten, was sie sich vorstellen konnte.



"CORA", Ka'yas lauter Schrei zerbricht die Ruhe, lässt die Zeitlupe zerplatzen. Sie rennt schneller und schneller, kommt außer Atem, doch lässt nicht nach und rennt immer weiter. Äste reißen ihre Arme auf, kratzen über ihre Wangen, doch sie stoppt nicht.
Plötzlich wird sie langsamer und fällt auf die Knie. Wieder knickt das Gras und wieder wird das Moos unter ihr zerdrückt. "CORA! Bitte...bitte nicht!" Sie schreit voller Trauer: "Ich flehe Dich an! BITTE NICHT!"

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Am Ende der Lichtung steht ein Mann hinter einem Mädchen. Seine Hand liegt auf ihr, wie die schützende Geste eines Hüters. Sein Blick ist voller Mitleid für Ka'ya und auch Cora scheint Ka'ya sorgenvoll anzublicken. Sie hat keine Angst. Sie scheint dem Mann zu vertrauen. Doch er setzt seine Klinge an Coras Hals. Ka'ya kann nicht aufstehen, es ist beinahe so als hielten sie Fesseln fest. Sie weint und schluchzt, als der Mann die Klinge für das einsetzte, für das sie geschmiedet wurde...

Ka'ya weint jämmerlich: "Oh...bitte....warum...warum...WARUM, JASON"

Plötzlich wird Ka'ya aus ihrer dunklen Traumwelt gerissen, als ihr ein Tuch ins Gesicht geworfen wird.
"Aufstehen Schlafmütze", Miko lächelte Ka'ya an. Als diese das Tuch von ihrem Gesicht zog, näherte sich Miko und legte sanft ihre Hand an Ka'yas Wange, streichelte an ihrem Ohr entlang: "Du siehst aus als hättest du ein Gespenst gesehen...es ist alles gut."
Ka'ya drückte sich leicht an die streichelnde Hand, bemerkte Mikos lieblichen Duft und fühlte sich für einen kurzen Moment geborgen.

"Ich war heut schon fleissig!" Miko lachte und drehte sich in ihrem hübschen Kimono einmal um die eigene Achse, strahlte dabei voller Anmut und Eleganz und deutete dann mit dem Fingerzeig auf Ka'ya: "Ich hab uns beiden neue Kimonos besorgt. Du wirst ihn brauchen." Miko deutet auf den Stoff neben Ka'ya.

"Brauchen? Was hast Du vor?"

Miko lachte: "Na das ist doch klar, du Dummerchen! Der einzige unauffällige Weg für Dich da rein, ist als Konkubine wie wir alle!"

"Als Konkubine?" Ka'ya blickt überrascht auf das Tuch, welches am Kimono zur Obi-Schlaufe diente und nahm es in die Hand.

"Ja ganz genau! Ich hab Dir extra einen Kimono mit schmaler Obi gekauft. Der schnürt nicht so ein, wenn Du dich bewegen musst und Du kannst sogar auf einem Stuhl ganz bequem sitzen! Ist doch super oder?"

Ka'ya nickte ruhig und schaute Miko in die Augen: "Vielen Dank...Du musst mir aber noch zeigen, wie ich mich verhalten muss, damit ich nicht gleich auffall'."

Miko lachte: "Einmal Konkubinen-Crashkurs bei Miko, kommt sofort! Klar, helf ich Dir. Wir üben einfach heute den ganzen Tag und morgen bist Du bereit deine Aufgabe zu erfüllen!"

"Musst Du nicht...arbeiten?"

"Ach...was würde ich denn lieber tun, als mit Dir den Tag zu verbringen." Miko lächelte sie an. "Schließlich erleb ich sowas auch nicht alle Tage!"

Ka'ya stand auf und hob die Obi mit entschlossenem Blick in der Hand und nickte Miko zu: "Dann machen wir das so!"

Den ganzen Tag über erklärte Miko engagiert die Finessen für ein glaubwürdiges Auftreten als Konkubine des Jorouya. Beide vergaßen im Laufe des Tages den Ernst ihrer Aufgabe und verloren sich im gemeinsamen Tanzen, den Verbeugungsübungen und Ritualen. Miko schien alles verinnerlicht zu haben und hatte große Freude es Ka'ya zu vermitteln. Ein schöner Tag für Beide, an welchem sie mehr Mädchen als pflichtbewusste Frauen und mehr Freundinnen als verschworene Komplizen sein konnten.

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Es wurde wieder Nacht. Das Lagerfeuer brannte und die Sterne leuchteten hell am Nachthimmel.

"Warum musst du das eigentlich tun?" fragte Ka'ya in Gedanken versunken als Miko dabei beobachtete wie sie sich die Haare zu einem Zopf band. Sie war ziemlich überrascht als Miko ihr plötzlich über die Schulter zurück strahlte, mit einem so herzlichen Lächeln, dass es Ka'ya mit Wärme erfüllte.

"Ich hatte einfach Pech..."
"Pech?"

"Ja..." Miko setzte sich zu Ka'ya und lehnte sich an sie.
"Ich hatte ein anderes Leben vor dem hier. Ich war verliebt in einen gut aussehenden jungen Händlerssohn. Er hatte so ein umwerfendes Lächeln, so unglaublich tolle brünette Haare, schöne grüne Augen und diese liebe Ausstrahlung. Ach, ich seh ihn jetzt noch vor meinen Augen, als wär er vor mir..."

"Und was ist geschehen?"

Miko atmet tief ein.



"Er liebte mich auch. Ich hatte großes Glück und ich war im siebten Himmel. Er hatte um meine Hand angehalten und ich hab' ja gesagt!" Miko's Blick war zu den Sternen gerichtet. Ihre Augen funkelten, sammelten Tränen, doch sie strahlte und die Erinnerung schien ihr ein Gefühl des Glücks zu geben.

"Doch das Schicksal wollte nicht, dass wir unser Leben miteinander verbringen. Er wurde krank. Und er starb noch bevor wir heiraten konnten. Glaub mir, ich wäre so gern seine Frau geworden. Im weißen Kleid vor ihm zu stehen, so schön wie noch nie zuvor. Ihm zu sagen wie sehr ich ihn liebe und es der ganzen Welt zu zeigen. Das war mein größter Wunsch. Doch er ging nicht in Erfüllung." Miko schob ihre Finger zwischen Ka'yas und hielt ihre Hand ganz fest.

"Ich konnte ihn nicht loslassen...nie. Er ist meine große Liebe. Alles für mich. Ich verlor mich in ihm. Und mit ihm verlor die Welt auch mich. Ich kam nicht mehr klar mit der Welt und meine Eltern versuchten mir wieder auf die Beine zu helfen. Sie wollten dafür sorgen, dass ich eine gesicherte Zukunft habe. Eines Tages stellten sie mich Kiro vor. Er...*sie seufzt* Er war ein guter Mann. Ein guter Fang. Vielleicht der richtige, aber mein Herz war einfach...verstummt. Mein Vater konnte mich überzeugen, dass ich ihm eine Chance gab und ...Kiro gab sich auch viel Mühe. Er warb um mich mit viel eifer und war ein lieber Mann. Als er mich nach einigen Monaten fragte, ob ich ihn heiraten wolle, willigte ich ein. Ver...versteh mich nicht falsch. Ich hatte ihn wirklich gern."

"Hatte?"

"Ja...er hatte sich im Laufe der folgenden Jahre verändert. Vielleicht war es meine Schuld, weil er erkannte, dass ich nie wirklich bei ihm angekommen war, dass mein Herz nicht für ihn schlagen konnte, so wie er es verdient hatte. Er begann sich wohl...eine Ablenkung zu suchen und verfiel dem Glücksspiel. Wir...waren immer distanzierter. Hätte ich ihm doch nur eine echte Chance gegeben...aber auch jetzt könnte ich es nicht. Er ist einfach nicht der Mann, den ich in den Sternen sehe, verstehst Du, Ka'ya?"

Ka'ya folgte Mikos Blick zum Nachthimmel. "Ich versteh Dich..."

Miko hielt einen Augenblick inne und rutschte noch näher an Ka'ya heran. Das Lagerfeuer loderte und schenkte den beiden Wärme.

"Er war kein guter Spieler und verlor...ich mein, er verlor wirklich ständig. Dieser Dummkopf." Miko schmunzelte.
"Irgendwann waren seine Wettschulden so hoch, dass er sie nicht mehr bezahlen konnte. Sie hätten ihn vermutlich umgebracht, hätte ich nicht eingewilligt im Jorouya anzufangen. So ein hübscher Hintern wie meiner ist wohl viel Wert, weisst Du...10 Jahre muss ich dort arbeiten, bis wir die Schulden abgearbeitet haben. Doch...Kiro. Er sieht mich nicht mal mehr an. Ich wollte einmal für ihn etwas Gutes tun, für ihn da sein. Doch jetzt sieht er mich als...schmutzig an. Ich weiss es nicht...er hat alles verloren, was ihn an mir faszinierte. Sein Blick ist voller Abscheu..."

Miko schluchzt: "Tut mir Leid...ich bin so eine Heulsuse!"

Ka'ya kuschelt sich an sie.

"Danke, dass Du mir hilfst, Miko. Ich weiss, dass Du das nicht tun müsstest..."
"Ich helfe Dir gern...du...bist mir so vertraut..." Miko drehte ihren Blick von den Sternen zu Ka'ya und schaute ihr tief in die blauen Augen. Ihre Hand wanderte langsam zu Ka'yas Wange und strich sanft über ihre Haut. Sie schloss die Augen und näherte sich Ka'yas Hals, legte die vollen Lippen auf und begann sie zu küssen. Ka'ya durchfuhr es wie ein Blitz. Sie wehrte sich nicht, drückte Mikos Hand noch fester. Sie blickte zu Miko, welche mit geschlossenen Augen weiterküsste und die freie Hand durch Kayas Haare herab strich, bis hin zu ihrem Nacken. Miko wanderte küssend Ka'yas Hals entlang über die Wange zu den Lippen, wo sie zögerlich in Ka'yas Augen blickte. Doch das Zögern konnte das Verlangen auf Nähe, das Gefühl des Vertraut-seins...der Liebe nicht zurückhalten. Und so presste Miko ihre Lippen auf Ka'yas. Ka'ya spürte ein Kribbeln, ein nahezu unbekanntes Gefühl, aber so gut, dass sie gar nicht genug davon hätte bekommen können. Ihr wurde ganz heiss und sie erwiderte den Kuss mit der selben Leidenschaft, zog Miko noch näher an sich. Körper an Körper, Mund an Mund, Herz an Herz. Miko strich langsam Ka'ya den weichen Stoff des Kimonos von den Schultern und führte sie während des Küssens Richtung Decke am Boden. Die Herzen der beiden schlugen so schnell. Miko lächelte. Ihre Wangen waren rosa gefärbt, was ihr Lächeln noch mehr strahlen lies. Sie zog sich den Kimono aus, ehe sie sich glücklich zu Ka'ya legte. Ka'ya wusste immer noch nicht, was ihr passierte, aber sie fühlte sich so hingezogen zu Miko, und begriff, dass sie das schon die ganze Zeit empfand. Leidenschaftlich umschlang sie Miko, drückte sich an sie und gab sich ihr hin. Unter dem Sternenhimmel fanden die beiden für diese eine Nacht zusammen und schenkten sich ein Gefühl der Liebe, was sie so schon lang nicht mehr empfunden hatten.


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BeitragVerfasst: Do Dez 18, 2014 5:34 pm  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ein sanfter morgendlicher Sonnenschein auf der Nase weckte Miko, welche sich noch in der Schlafdecke eingemurmelt hatte.
Sie streckte sich etwas und richtete sich auf, die Decke am Körper haltend. Sie blickte zu Ka'ya welche wohl kurz vor ihr aufgewacht war und gerade die langen schwarzen Haare kämmte. Sie hatte sie über die Schulter gelegt und zog sorgfältig die Bürste durch das Haar.

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Miko

Miko betrachtete Ka'yas freien Rücken. Sie schien sie voller Ruhe einfach nur anzuschauen. Vielleicht wollte sie sich diesen Anblick einprägen, den schönen, ruhigen Moment festhalten, Ka'ya so hübsch in Erinnerung behalten, wie sie in diesem Augenblick unter dem sanften Licht des Sonnenaufgangs war. Ihre helle Haut wies keine Narben auf, wie verwunderlich für eine Kämpferin. Sie saß sehr aufrecht auf einer anderen Decke.
Miko schaute unter die eigene Decke, nur um sicher zu gehen, dass sie die letzte Nacht nicht geträumt hatte. Ein Lächeln formte sich auf ihren Lippen als sie darunter die Bestätigung im Fehlen von Kleidung fand. Sie beugte sich nach vorn und legte eine Hand an Ka'yas Schulter.

"Guten Morgen!" sprach sie mit fröhlicher Stimme und einem sanften Lächeln, welches trotz zerzauselter Haare, oder vielleicht auch gerade deswegen, weil es so ein natürliches und herzliches Bild war, besonders warm und einladend wirkte.
Ka'ya blickte zuerst zu ihrer Hand. "Guten Morgen" sprach sie mit ruhiger Stimme und hielt inne das Haar zu kämmen.
Dann schaute sie Miko in die Augen.
"Denkst Du, dass ich noch ein Herz habe?" Sie wandte den Blick wieder von ihr ab.

Miko schien sichtlich überrascht, hatte sie wohl eher einen liebevollen Gutenmorgen-Kuss und sonstige Zärtlichkeiten erwartet. Sie zögerte aber nicht und krabbelte weiter nach vorn, legte die Arme um Ka'ya und sprach an sie gelehnt: "Ja, es ist hier....ich kann es hören...Du musst es schützen Ka'ya. Es muss da bleiben hörst Du...versprichst du mir das?"

Ka'ya schloss die Augen und nickte: "Ja..."

"Ka'ya...wenn das alles vorbei ist. Ich...ich würde wirklich gern...hm...nuuun, ich würde wirklich gern. Ach wie sag ich das nur...Du weisst schon, ich würde wirklich gern mit Dir kommen. Als...Freundin...oder so..." Miko schaut leicht unsicher und war sich selbst wohl nicht im Klaren, wie Ka'ya reagieren würde.

"Das klingt schön." Sagte Ka'ya abermals ruhig und in sich gekehrt. Sie legte ihre Hand auf Mikos und streichelte diese für einen Moment. "Gehen wir den Tag heute nochmals durch. Jedes Detail am Besten..."

Miko nickte, stand auf und begann sich frisch zu machen, anzuziehen, zu richten. Während dessen sind sie Schritt für Schritt nochmals ihren Plan durchgegangen. Ka'ya wollte Miko nicht mit reinziehen, weshalb sie jede Hilfe Mikos im Jorouya ablehnte. "Ich muss das allein schaffen..." sagte sie.


Am Mittag waren beide Frauen in schöne Kimonos gekleidet, dufteten nach frischen Rosenblüten, hatten eine aufreizende Schminke und auffällige Hochsteckfrisuren. Die etwas kleinere Miko war ganz in ihrem Element als sie Ka'ya zu einer attraktiven Konkubine machen durfte. Ka'ya schaute immer wieder verwundert in den Spiegel, als Miko darauf hin nur sagte: "Jaaa, das bist Du. Glaubs ruhig!" und lachend weitermachte.

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Sie machten sich in ihren Getas gemeinsam auf den Weg zum Jorouya.


 


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BeitragVerfasst: Fr Dez 19, 2014 1:40 am  Titel:    Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das Jorouya-Bordell - Teil III

Der Affe


Eine zittrige Männerstimme erklang in mitten eines großen Geschäftsraumes. Mehrere Männer in Anzügen und teuren Gewändern saßen um einen großen edlen Mahagoni-Tisch versammelt. Alle Plätze waren belegt außer einer ganz vorn. Der Mann am anderen Ende des Tisches spricht mit Furcht in der Stimme: "Es..es...tut uns wirklich Leid....das...das müssen Sie uns glauben. Selbst, wenn wir jedes Kilo in Gold aufwiegen, würden die Messingklingen den Hafen der Bucht für uns nicht öffnen... Das ist Hoheitsgebiet. Jede Klinge dort weiss, dass sie sterben würde, wenn sie sich in diesem Gebiet der Korruption hingibt...Bitte versteht das doch, Herr Otori!..."



Der Mann ließ den Kopf hängen. Das Metallarmband seiner Uhr klackerte auf dem Tisch. Er konnte das Zittern nicht verbergen.
Das klackernde Geräusch des Armbandes ließ auch die anderen Geschäftsmänner im Raum nervös werden. Alle hatten den Blick gesenkt, blickten leicht zur Seite oder sogar direkt auf den Holztisch, keiner schien es sich zu trauen den Kopf anzuheben und einen Augenkontakt zu riskieren.

Im Raum des Jorouya-Bordells spendeten nur Kerzen Licht. Sie flackern hin und her.
Es ist Herr Denkwin Raen, einer der mächtigsten Geschäftsmänner Uldahs, der dort kauerte. Bekannt für seine perfekten Schachzüge im internationalen Handel, Millionär und politisch tief verankert im Parlament Uldahs war er einer der High-Society Uldahs.

Durch den Raum begleitet vom Flackern der Kerzen bewegt sich der Schatten eines Mannes, gleitet über den Tisch wie eine Sonnenuhr...und er hüllt immer wieder einen der Geschäftsmänner in seinen Schatten ein, während er langsamen Schrittes um den Tisch herumwandert. Seine Holzsandalen runden sich mit einem leichten Klopf-Ton auf dem Holz-Boden ab, Schritt für Schritt, und nur noch dieses Geräusch war zu hören - klack....klack...klack....
Bis der Schatten Herrn Raen einhüllte und dort verweilte.

Eine dunkle, tiefe Männerstimme, der man ein höheres Alter anhören konnte, erklang hinter dem Geschäftsmann.
"Ihr.....gebt euch nicht genug Mühe. Hab ich nicht Recht, Herr Raen?"
Der Schatten änderte seine längliche Form und ergänzte sich mit dem Abbild eines langgestreckten Armes, der noch etwas Längeres eng am Arm entlang zu führen schien.
Raen öffnete die Augen und sah wie der Schatten seine Form veränderte, innerliche voller Panik, legte er die Hände an den Kopf und zog diesen ein so gut es ging, mit der Stirn auf dem Tisch.
"Ich..ich habe wirklich alles...alles versucht bei den Zwölf!"

"Die Zwölf?" ertönte es wieder hinter ihm. "Ihr sprecht zu den Zwölf?.....eure heidnischen Götter werden euch nicht helfen...."
Der Schatten änderte erneut die Gestalt als der Arm den langen Stab mit den spitzen Stacheln aus festem Stahl, so scharf wie die Klingen eines Schwerts, empor hob. Gerade nach oben wie ein Richter mit der Axt.

"Dies....soll euch eine Lehre sein." sprach die Stimme mit ruhigem voluminösen Ton, ehe der Mann hinter Raen den Stab mit voller Wucht auf den Schädel des Geschäftsmann schlug. Er sauste herab und die Stacheln quetschten die Hände einem Tacker gleichend ein und schlugen durch die Schädeldecke Raens, dessen Zittern und Winseln in einem lauten Knall als seine Stirn auf das Holz geschlagen wurde, erlosch. Er vernichtete den bekannten Geschäftsmann mit einem einzigen mächtigen Schlag.. "MIR ZU GEHORCHEN!" schrie der Mann und die Kerzen flackerten wild.
„Ich frage euch also noch einmal….bekommen wir die Bucht des Abendsterns unter Kontrolle?“ Er zieht den Stab, welcher sich bereits verankert hatte heraus. Ein matschiges Geräusch untermalt den Sturz des Körpers vom Stuhl auf den sonst so edlen Boden, dessen Rinnen sich nun im Blutrot färbten.

Affen eilten vom Balkon heran. Es waren Kapuzineräffchen. Das Erste am Leichnam durchsuchte direkt die Taschen des Geschäftsmannes und fand eine interessante lederne Geldbörse, mit wohl ebenso spannendem Duft, roch der Affe doch direkt daran und schüttelte die Börse aus, ehe er von hinten grob von einem seiner Artgenossen attackiert und weggedrängt wurde. Die Affen hetzten sich gegenseitig um den Geschäftsmann, als sei er ein Kadaver und sie Aasfresser. Doch in Wirklichkeit ging es ihnen wohl nur um die Neugierde und den Unterhaltungswert, welchen die vielen Taschen und darin versteckten Dinge wohl bieten mochten.

"Ja, Herr Otori!" erhob sich der stellvertretende Geschäftsführer und verbeugte sich tief. "Wir werden unsere Grenzen sprengen und es möglich machen!"

Ein langsames Klatschen schallte durch den Raum, und die spröden Lippen des großen, eher schlacksig anmutenden Mannes formten ein Lächeln, welches nicht gerade mit Schönheit gesegnet wurde und die Risse in der trockenen Haut noch länger zog. Gepaart mit den gelben Zähnen, goldenen Kronen und langen Koteletten war sein Anblick nicht gerade der eines gepflegten Geschäftsmannes.

"Sehr gut...sehr gut, sehr gut...das ist auch das einzige was wir akzeptieren"

Er trat näher in das Licht - der Mann den sie Affe nennen. Ein Name, den er sich nicht nur wegen seiner haarigen Erscheinung, sondern vielmehr wegen seines beweglichen Kampfstiles mit dem langen Stab, seiner undurchschaubaren Gerissenheit und seiner Affinität für die noch ein Fünkchen haarigeren Freunde, verdient hatte. Klar war, dass der Affe kein Mann war der Spielraum für Feiltschereien lies. Er war direkt, intelligent und verdammt gefährlich, wenn es darum ging seine Interessen und die des Wolfes in Thanalan zu vertreten. Das Jorouya-Bordell war sein Kind, sein Werk. Ein Etablissement im Stile des fernen Ostens - eine Goldgrube. Jeder größere Geschäftsmann der die Unterwelt als Spielplatz für ausgeweitete Geschäftsbeziehungen sah, ging hier ein und aus, vergnügte sich mit den schönsten Frauen Eorzeas und lies dabei noch einen Haufen Gil in die Taschen des Affen und des Rudels wandern. Er kannte alle und sie kannten ihn, schätzten ihn. Denn ein Geschäft mit dem Affen war ein gutes Geschäft. Selbst wenn dies bedeutete, dass man auf der Messerschneide tanzen musste, so war es stets enorm lukrativ. Sein kaufmännisches Verständnis überstieg sogar das der bekanntesten Händler Thanalans und führten immer für beide Parteien zum Profit, nun natürlich nur für jene Parteien, die sich mit dem Affen einliesen. Denn, was seine Geschäfte so an sich hatten war, dass stets ein dritter zu Schanden kam, war es der Ruin, oder physischer Natur spielte dabei keine Rolle, weder für den Affen noch für seine Business-Partner. Die Geschäftswelt war eine harte, aber auch eine Gute für diejenigen, die keine Skrupel mehr kannten.

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Nur seine Methoden, um den möglichst größten Profit herauszuschlagen waren skrupellos. Kein gepflasterter Boden blieb unbeschmiert mit dem Blut seiner Widersacher, oder derjenigen die ihn enttäuschten. Der Wolf gab viel auf seinen alten Freund, welcher einer der ersten Anhänger des Rudels war. Damals als der Affe noch ein Jungspund, ein aufstrebender Stern im Piraten Nachthimmel war, erfuhr der Wolf von seinen mythos umschriebenen Überfällen, die davon berichteten wie ein einziger Mann, ein Kapitän, gerade mal so Jung wie die Rekruten des Mahlstroms, mit einem Stab die Säbel seiner Feinde aus den Händen schlug, und deren Hände zertrümmerte. Egal wie viele es waren....ob zehn oder fünfzehn auf einmal, kein Kommandant, oder Händlersfrachter konnte sich den Griffen des Affes widersetzen, wenn er die Fracht an sich reissen wollte. Der Wolf inszenierte eine Handelsüberfahrt mit einem großen Handelsschiff, lies in den Straßen Limsa die Nachricht verbreiten, dass er Juwelen mit unvorstellbarem Wert transportieren würde und hielt dem Affen das Banänchen vor die Nase, was ihn in die Fänge des Wolfs führen sollte. Denn so gerissen und stark der Affe auch war, fand er doch in jenem Manne aus dem fernen Osten seinen Meister und stand vor der Wahl ein Teil des Rudels, oder so wie seine gesamte Crew kopflos in die tiefen des Ozeans geschmissen zu werden...


 
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